Wenn bildgebende Verfahren darauf hindeuten, dass da was wächst, was nicht hingehört, will nicht zuletzt die Patientin oder der Patient wissen, was da eigentlich los ist. Man sticht da also mit einer hohlen Nadel rein und entnimmt ein paar Proben.

Was bei verdacht auf Leberkrebs zum Beispiel noch relativ grobmotorisch und ambulant geschieht, verlangt bei Gehirntumoren mehr Geschick und Planung. Basierend auf CT und MRT Aufnahmen, wird der bestmögliche Weg zur Raumforderung geplant. Wichtiger als durchstochene Nervenzellen sind Blutgefäße, die möglichst umfahren werden wollen mit der Biopsienadel.

Die Pons im Stammhirn ist eine delikate Region. Dort sitzen auf engstem Raum die Nervenzentren verantwortlich für den Schlaf-Wach-Rhythmus, für Atmung, Schlucken, Gleichgewicht, Augenbewegungen und für Gesichtsausdrücke.

Eine Biopsie in der Pons erfolgt entweder von vorne oben (transfrontal) oder von hinten durchs Kleinhirn (transcerebellar). Dazu wird die Biopsienadel an ein fest mit dem Kopf verschraubtes Gerüst montiert. Eine Neurochirurgin oder ein Neurochirurg führt die sogenannte stereotaktische Biopsie entweder direkt oder ferngesteuert vor dem Bildschirm durch, die Patientin ist unter Vollnarkose.

Insgesamt hat diese Methode eine erstaunlich hohe Erfolgsrate. In 96% der Fälle kann Material für die mikroskopische, histologische und molekulare Charakterisierung entnommen werden. In 6,7% der Fälle kommt es bei der Biopsie zu Komplikationen.

Titien war eine von den 6,7%.

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4 Kommentare

  1. Hallo Tobias,
    als ScienceBlogsleser bin ich kürzlich durch Deine Rückzugsentscheidung auf Deinen privaten Blog auf Dich aufmerksam geworden, hab Deinen RSS-Feed aboniert, und kurz danach Deine Artikel über Titien und ihren Tumor gelesen. Bin gestern noch in ihrem Blog “spazieren” gewesen. Danke für den Link!

    Mit Tobias Cronert (http://scienceblogs.de/nucular/) mit Leukämie seid Ihr mit so schwerwiegenden Erkrankungen bei Wissenschaftsblogs nicht mal allein. Tobias Cronert hat tapfer gekämpft und mit Humor und Zuversicht regelmäßig geblogt. Seit genau Mitte Dezember ist es auf seinem Kanal ruhig geworden, was nicht unbedingt ein gutes Zeichen ist.

    Und jetzt die Botschaft, dass nun nicht allein der Tumor im Kopf Eure Welt auf den Kopf und unendlich viele Fragezeichen für die Zukunft stellt. Jetzt ist auch noch bei der Biopsie etwas schief gegangen.

    Was nun aktuell kritisch ist, hast Du uns nicht gesagt. Ich drücke Titien, Euch, die Daumen, dass es sich zum Guten wendet!

    Beste Grüße, Frank

    1. Danke Frank. Ich verfolge Tobias Blog auch und hoffe, es gibt bald bessere Nachrichten von ihm. Ich habe deinen Kommentar hier als Anlass genommen, um ihm mal zu mailen.

      Hier gehts demnächst mit Titiens Geschichte aus meiner Sicht weiter. Ihre hast du ja schon auf Titien.de gesehen.
      Danke fürs abonnieren von WeiterGen. Lieben Gruß, Tobias

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