Meinungsfreiheit und der Gute Ton. National Geographic kauft ScienceBlogs

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Wer die US-amerikanische Schwesterseite der ScienceBlogs verfolgt hat es vielleicht schon gelesen. Nachdem National Geographic 2009 bereits mit einer Minderheitsbeteiligung bei ScienceBlogs eingestiegen war, wird dieser Anteil nun offenbar ausgebaut. Laut RetractionWatch bleibt die Seed-Media Group Besitzer von ScienceBlogs, National Geographic übernimmt jedoch weite Teile des operativen Geschäfts:

Nat Geo plans to assume control of operations, editorial content, and ad sales [of scienceblogs] by June 1 of this year.“

Was das genau für ScienceBlogs – auch für den deutschsprachigen Ableger – bedeutet ist im Detail noch unklar.
Ein Aspekt des Ausbaus der Beteiligung von National Geographic ist laut RetractionWatch, dass wohl auch der technische Support übernommen wird und geplant ist, vom Movable Type Blogsystem auf WordPress zu wechseln. Meiner Meinung nach ein richtiger Schritt. Die ScienceBlogs.de Seite läuft auch auf Movable Type und intern besteht auch hier eine lange Liste an kleineren und grösseren Verbesserungen und Veränderungen, die erfahrungsgemäß in Movable Type nicht trivial umzusetzen sind. Ein Wechsel würde die Benutzerfreundlichkeit erhöhen und die Administration der Artikel und Kommentare für uns Autoren deutlich erleichtern. Bleibt zu hoffen, dass der Wechsel der Blogplattform auch für uns hier geplant ist.
Es gibt jedoch durchaus auch kritische Aspekte der „Übernahme“. Bislang ist vertraglich geregelt, dass wir Blogger das volle Copyright unserer Artikel besitzen. Ein Sprecher von National Geographic bleibt hinsichtlich der Übernahme dieser Regelung im Vagen:

Braun said that Nat Geo would probably have to rework that contract: We’re not sure that we have this figured out right now.

Ein weiterer Kritikpunkt, der bereits diskutiert wird betrifft direkt den Stil der Blogartikel und wohl auch den Umgangston in den Kommentaren.

We are sensitive to our worldwide audience’s expectations of our brand. So we avoid unjustifiable offense and are sensitive to generally accepted standards.

ist die Aussagage von National Geographic, die PZ Myers von Pharyngula, dem größten Blog auf ScienceBlogs.com darüber nachdenken lässt, dem Blognetzwerk den Rücken zu kehren und alleine weiter zu bloggen.
Mich interessiert, wie dahingehend die Warhnehmung der Leser hier ist. Während es auf meinem kleinen Wissenschaftsblog eigentlich immer gesittet zugeht, sei es in den Artikeln selbst oder in den Kommentaren, gibt es auch auf ScienceBlogs.de Blogs, in denen ein deftigerer Stil in den Artikeln gepflegt wird und der Diskussionston rauer ist. Schreckt das ab? Werfen Beschimpfungen, die vereinzelt in den Kommentarspalten auftreten ein schlechtes Licht auf das Blognetzwerk insgesamt? Soll es eine Verpflichtung der Autoren geben selbst einen gewissen Stil zu wahren und verunglimpfende oder beleidigende Kommentare zu löschen? Beeinträchtigt die Aussage von National Geographic die Meinungsfreiheit? Und schließlich: Werden wir Autoren in unseren Artikeln und in der Administration der Kommentare der eigenen Netiquette gerecht?

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105 Kommentare

  1. Mir fiel auf SB nur einmal eine Bloggerin negativ auf durch ihre extreme Moderation der Kommentare. Nun verfolge ich ihren Blog nicht mehr. Blog Darwinismus. Irgendwann wenn ihr die Kommentatoren wegbleiben, wird sie vielleicht zur Einsicht kommen, dass nicht nur ihre Meinung zählt oder eben untergehen.
    Ich verfolge einige Blogs auf ScienceBlogs.de und mir gefällt sehr was ich dort sehe. Klar geht es mal wüst in den Kommentaren zu und nicht immer finde ich die Art des Bloggers darauf zu reagieren für richtig. Abgesehen von dem krassen, einleitenden Beispiel, soll das auch so sein. Ich verknüpfe reale Menschen mit dem Blog hier und reale Menschen haben auch Fehler und zeigen Abweichungen. Ich möchte nicht, dass sich alle Artikel gleich lesen und die Blogger zu einem Einheitsbrei werden oder dass die Kommentare unnötig beschnitten werden.
    Falls jedoch eins davon glauben müssen soll, dann der Kommentarbereich. Mir sind die Artikel sehr viel wichtiger.

  2. Ich glaube, dass das eine große Chance für euch ist, schließlich ist National Geographic ein großer Name. So wie du hier allerdings berichtest, werden euch evtl. einige Sachen „aufgezwungen“ und ich würde es als sehr schade empfinden, wenn man euch in irgendeiner Weise in eurem Bloggen beeinflusst. Ein Blog ist schließlich dazu da, dass man so über das schreiben kann, wie man möchte. Da hat keiner einem etwas vorzuschreiben!

  3. „Was das genau für ScienceBlogs – auch für den deutschsprachigen Ableger – bedeutet ist im Detail noch unklar. „
    Warum soll das für SB.de irgendwas bedeuten? Bis auf den Namen hatten wir ja bis jetzt auch schon keine gemeinsamen Strukturen/Regeln/Eigentümer/etc
    „Während es auf meinem kleinen Wissenschaftsblog eigentlich immer gesittet zugeht,“
    Naja – aber auch nur, weil du quasi nicht mehr bloggst. Da ists einfach, keine Trolle einzusammeln. Schreib mal wieder so wie früher was über die Schweinegrippeimpfung oder Impfgegner… dann werden auch hier wieder jede Menge heftige Diskussionen stattfinden.

  4. Da muss ich Florian recht geben, gerade in Themen allg. über 2012 oder anderen Themen (Impfung, Gentechnik usw.), wenn die Trolle kommen geht es manchmal drunnter und drüber, und dennoch hat Florian und die anderen sehr viel Geduld, wenn sie was erklären.
    Nur, wenn welche kommen und trotz der Faktenlage immer soo „dogmatisch mit Scheuklappen“ daherkommen, kann schonmal der Geduldsfaden reißen.
    In einem Blog finde ich deswegen raue Umgangstöne auch besser, damit die anderen Schwurbler (eine Hoffnung von kir und vielleicht auch von den anderen) es endlich mal kapieren und selber nachprüfen lernen.

  5. „Schreckt das ab? Werfen Beschimpfungen, die vereinzelt in den Kommentarspalten auftreten ein schlechtes Licht auf das Blognetzwerk insgesamt?“
    Höchstens der Umgangston einzelner Autoren. Aber man muss dort ja nicht lesen. Die „großen“ Blogs hier sind eigentlich recht gepflegt.
    Und was die Kommentatoren angeht: Gegen Trolle ist meistens kein Kraut gewachsen, also was solls. Und bezüglich der Cranks ist es durchaus recht erfrischend zu lesen, wie sie gegen Wände laufen.

  6. Mit Glück kommen noch mehr Leser, weil Nat. Geografic sehr bekannt ist, und ich hoffe schwer, dass euch nichts vorgeschrieben wird. Mir gefällt der Ton teils sehr, teils weniger, aber unterhaltsam liest sich das immer und Fragen werden beantwortet. Wie, das heißt in welchem Ton, ist mir jedenfalls egal, Hauptsache korrekt und das war bisher immer so. Sollte irgendeine Software diverse missliebige Wörter herausfiltern, findet sich gewiss die ein oder andere nette Umschreibung … wird vielleicht schräg …

  7. Ich bin der Meinung, dass ein professioneller Blog sowas schon aushalten muss. Eine Übernahme mit einhergehenden festen Regeln im Umgangston wären für alle wohl willkommen. Ein professioneller Schliff für die Science Blogs ist ohne hin schon lange fällig.
    MFG
    Dr. Webbaer
    mark miller: Bitte nicht den Namen/ das Pseudonym anderer Kommentatoren benutzen

  8. Soll es eine Verpflichtung der Autoren geben selbst einen gewissen Stil zu wahren und verunglimpfende oder beleidigende Kommentare zu löschen? Beeinträchtigt die Aussage von National Geographic die Meinungsfreiheit? Und schließlich: Werden wir Autoren in unseren Artikeln und in der Administration der Kommentare der eigenen Netiquette gerecht?

    Nur hierzu etwas: Es ist strikt zwischen Polemik und (ggf. rechtlich relevanter) Beleidigung zu unterscheiden. Eine Richtlinienmenge, die Nettigkeiten wünscht und kernige polemische Gegenrede zensuriert, zerstört die Freiheit der Meinung. – Wie so etwas endet, kann bspw. bei den Feedbackmöglichkeiten der Webfilialen der großen Printmedien beobachtet werden. Dort zensurieren oft Hilfskräfte, die zwischen Polemik und Beleidigung nicht zu unterscheiden vermögen.
    Nichts spräche dagegen gegen eine Ethikrichtlinie für Publizisten, die bspw. nahelegt Nazivergleiche zu meiden, genauso wie Psychogramme oder Persönlichkeitsbewertungen der konsumierenden Leser.
    Wie Dr. W National Geographic einschätzt, könnte durchaus mit der Einschränkung der Meinungsfreiheit für reine Konsumenten wie natürlich auch für Publizisten gerechnet werden.
    MFG
    Dr. Webbaer
    PS: Hier war nur ein „Kopist“ [1] des echten Dr. Webbaer unterwegs, es mangelte erkennbar an den typischen Ausprägungen Webbaerscher Qualitätsmerkmale.
    [1] erkennbar bspw. an der IP und den Browserparametern – Dr. W ist um dem „kopistentum“ vorzubeugen immer recht parametertreu (auf den HTTP-Req bezogen), dazu kommen die sprachlichen USPs

  9. Bloggern kann man keinen Stil und keinen Inhalt vorschreiben, weder in den Blogposts, noch in den Kommentaren, noch in der Moderation. Ein bestimmtes Profil einer Blogplattform erreicht man allenfalls durch Auswahl bestimmter Blogger, die dann andere anziehen oder abstoßen.
    Ich selbst verfolge ScienceBlogs.de nur noch sporadisch, aber immer, wenn ich mich mal wieder durch die Diskussionen klicke bin ich froh, nicht mehr dazu zu gehören. Würde National Geographics mit ihrem Ansatz auch in Deutschland ernst machen, wäre ScienceBlogs auch für mich als Blogger wieder interessant (ob sie mich wollten, ist natürlich eine andere Frage) – aber das wäre dann eine andere Plattform als es sie heute ist, auf der einige Blogs, die hier heute sehr stark sind, wohl nicht mehr vertreten wären.

  10. Ich bin gerade dabei meinen Lebenslauf für Bewerbungen zu aktualisieren. Auf mein Blog bei ScienceBlogs verweise ich darin nicht. Das Blog ist mein Privatvergnügen und ich schreibe ohnehin nur noch unter Pseudonym. Der Diskussionsstil in anderen Blogs hier spielte bei dieserEntscheidung auch eine Rolle. Ansonsten ist es selbstverständlich die Sache jedes Bloggers und Bloggerin, wie das eigene Blog gepflegt wird und eine Einmischung, von welcher Seite auch immer, verbietet sich von selbst.
    Ich finde es auch untehaltsam ab und zu Kommentarschlachten zu lesen, auch wenn mich stört, dass die von Dr Webbaer angesprochen Grenze zwischen Polemik und Beleidigung hin und wieder überschritten wird. Wortfiltersoftware find ich unpassend, einzelne Blogger mögen da anders denken (und das auch gerne auf ihren Blogs implementieren – viel Glück).
    Georg Hoffmann: Propaganda?
    Florian Freistetter: Was der Deal für ScienceBlogs.de bedeutet wird sich zeigen, wenn die Details bekannt werden. Wir haben hier die Namensrechte an ScienceBlogs, da Burda vor knapp vier Jahren bei Seed Media eingestiegen ist. Wie diese Beteiligung im Hinblick auf jene von National Geographic zu bewerten ist, und ob diese sich auf Seed Media oder nur ScienceBlogs bezieht weiss ich nicht. Wenn wir ein vernünftig funktionierendes Blogsystem bekämen wäre ich schon dankbar.

  11. @ KommentarAbo:
    Ich glaube, Sie haben die drei Punkte umsonst gesetzt. An einer Diskussion mit JF wird sich hier ganz gewiß (hoffentlich) niemand beteiligen 🙂

  12. Ich muss sagen, ich fände eine größere Verbindlichkeit im Hinblick auf die Netiquette nicht schlecht – obwohl uns die National Geographic-Geschichte meines Wissens nach überhaupt nicht betreffen wird. Auch bei der Debatte in PZs Blog geht es ja im Kern nicht darum, dass jemand wirklich Angst haben müsste, dass National Geographics die allgemeine Meinungsfreiheit an sich beschneiden könnte, vielmehr geht es darum, dass gröbste Beleidigungen und Verunglimpfungen (die ja auch im täglichen „Offline-Leben“ nicht gestattet sind) künftig redigiert werden könnten und bestimmte Begriffe aus der Fäkalsprache automatisch gelöscht werden. Dass das so vielen Kommentatoren sauer aufstößt zeigt leider, in welche Richtung sich die Diskussionskultur auf einigen US-ScienceBlogs entwickelt hat – sehr viel besser sind „wir“ ja aber auch nicht (immer).

  13. Über weitergen bin ich auf scienceblog aufmerksam geworden. Und hier war es das ich nach langer, langer Zeit wieder anfing kritisch nachzudenken. Gerade die Diskussionen um H1N1 haben mir gezeigt, wie einfach es doch ist auf Panikmache hereinzufallen und wie wichtig es ist seriöse Informationen zu sammeln. So und hiermit jetzt zu meinem einzigen Kritikpunkt an weitergen: Es ist verdammt still geworden.
    Mittlerweile habe ich andere Blogs hier entdeckt, die sehr empfehelenswert sind, einige bei denen ich ab und zu mitkommentiere und einige bei denen ich einfach nur lese.
    Was mir misfällt sind die Blogger und auch die Kommentatoren, die meinen mit Beschimpfungen jede Gegenmeinung abwerten zu müssen. Ab und zu denke ich fast ich sei in Norwegen und wäre von lauter Trollen umgeben. Sieht man genauer hin, so sind es nur Kommentatoren mit anderen Meinungen. Es gibt Themen, die ziehen andere Meinungen an, es gibt Themen, die lassen sich nur fachlich diskutieren un es gibt Themen, die einfach nur informativ sind. Die Blogger, die gerne, auch zum wiederholten Mal, auf Themen setzten, bei denen starker Diskussionsbedarf herscht, sollten sich nicht beschweren, wenn sie eben diesen herbeirufen.
    Daher fände ich es für scienceblogs gut, wenn sich jeder auch an die Netikette halten würde. Leider gibt es Blogger, die sich darüber hinwegsetzen.
    @Thilo In den letzten paar Tagen lese ich gerne auch Ihre kritischen Anmerkungen. Aber jetzt schießen Sie etwas zu weit. Jeder kann sich seine Diskussionspartner schon selber aussuchen.

  14. „Troll“ und „Crank“ sind Kampfbegriffe, die nicht dazu dienen, eine Tatsache zu beschreiben, sondern dazu, auszugrenzen. Troll oder Crank ist man nicht, man wird dazu ernannt. Deshalb sagt diese Zuschreibung auch nichts über den, der so bezeichnet wird, aber viel über den, der die Begriffe verwendet.
    Es ist nicht die Fäkalsprache, die manche ScienceBlogs-Kommentare so unerträglich macht (auch wenn auch diese unangenehm ist) sondern die massive Ausgrenzung, die jedem kritischen Anfrager in einigen ScienceBlogs entgegenschlägt.
    Aber ich möchte mein obiges Urteil noch einmal korrigieren. Es gibt natürlich auch einige sehr starke ScienceBlogs, in denen ein angenehmes Diskussionsklima herrscht, sozusagen ein Prima Klima mit Frischem Wind in dem man Geografittis malen kann ohne als Troll verjagt zu werden und in dem sich selbst Drachen zuweilen wohnlich einrichten können.

  15. @ roel: Natürlich. Aber ärgern darf man sich noch, wenn mancher immer wieder versucht, seine Person zum Thema einer Diskussion zu machen. Und hoffen darf man, daß keiner drauf einsteigt.

  16. @Jörg Friedrich
    Solid formuliert, liest sich besser als Ihr Erstkommentar, allerdings scheint ein „angenehmes Diskussionsklima“ explizit nicht erforderlich, da es das Auf-Den-Punkt-Kommen erschwert und einen bestimmten sozialen Überbau benötigt, also u.a. Zeit frisst.
    Es wäre schon einiges gewonnen, wenn eine Ethik-Richtlinie (primär für Publizisten, die nebenbei ja auch kommentieren – soz. für die Vorbilder) vorliegt, die allgemein verstanden und akzeptiert wird. „Richtlinie“, d.h. Ausnahmen sind zulässig, aber grundsätzlich ist eben schon zu beachten, dass – wie Klaus Kinski einmal gesagt hat – „es das Mindeste ist, dass man miteinander redet“ (hört sich trivial an, gell?) und dass wie es ein Pastor kürzlich gesagt hat „keinem die Menschlichkeit (oder Bärigkeit) genommen wird“.
    In D gibt es traditionell gewisse Mängel im Umgang mit abweichenden Meinungen, die Debattenkultur leidet; Vorschläge wie die Zensurierung einzelner Wörter gehen in diese Richtung.
    Die grundsätzliche Achtung der Meinungsfreiheit zu beachten, wäre auch nicht schlecht; die dem entgegengesetzte „Hausrechttheorie“ steht für Feedbackmöglichkeiten wie diese, die einem öffentlich zugänglichen Informationskanal nahe kommen, auf schwachen Beinen.
    MFG
    Dr. Webbaer

  17. Hmm, ob es etwas Gutes bedeutet, wird sich wohl zeigen müssen. Einschränkungen an den Blogs werden dem Ganzen Netzwerk sicherlich nicht gut tun – die letzte grössere Abwanderungswelle ist wohl noch recht gut in Erinnerung, denke ich.
    Was ich aber bei den ganzen Klagen über Technik, die nicht so funktioniert wie gewünscht und ähnlichen Dingen nicht verstehe, warum Leute überhaupt in grossen Netzwerken bloggen? Sicher hat es Vorteile, wenn man sich nicht um alles selber kümmern muss und es bringt sicher auch mehr Aufmerksamkeit. Bevor man es aber in ein Blognetzwerk aufgenommen wird, braucht es sicher zum einen ein etabliertes Blog mit hinreichend vielen Benutzern. Man startet also nicht bei Null.
    Hingegen ist es weder Hexenwerk eine WordPressinstallation aufzusetzen, noch zu pflegen. Das kostet nicht wirklich viel Zeit, wenn man keine exotischen Dinge vorhat. Man hat aber den Vorteil sein eigener Herr zu sein und sich von niemandem Vorschriften bezüglich des Blogs machen zu lassen. Oder übersehe ich da entscheidende Punkte?

  18. Was ich aber bei den ganzen Klagen über Technik, die nicht so funktioniert wie gewünscht und ähnlichen Dingen nicht verstehe, warum Leute überhaupt in grossen Netzwerken bloggen?

    Die Infrastruktur ist (IT-seitig) zu entwickeln und zu pflegen, was kein inhaltlich Beitragender anstreben kann. Zudem kommt es zu Synergieeffekten, also bspw. zur Übernahme von Interesse, also bspw. von Ihnen.
    Es gibt weitere Gründe, bspw. politischer und wirtschaftlicher Art , aber letztlich ist das Immaterielle hier eine (meist angestrebte) Projektion.

  19. @Alle
    Ich kann weißen Spargel nicht ausstehen – allein schon der Gedanke daran lässt mich würgen. Nun gibt es in der Nähe meiner Wohnung einen schönen Wochenmarkt, mehrere Stände mit frischem Obst und Gemüse. Macht richtig Spaß, dort einzukaufen. Leider musste ich beim letzten Besuch feststellen, dass einer der Stände dort weißen Spargel anbot. Weißen Spargel! Ungeheuerlich, mir das anzutun. Was denken die sich, die müssen doch wissen, dass ich den nicht leiden kann. Klar, dass ich diesen Markt nie wieder besucht habe!
    Ein alter Chef von mir hatte mir mal erklärt, dass Ironie im Schriftlichen nur funktioniert, wenn man ein Blaulicht dransetzt sowie eine Hupe und eine Klingel dranschraubt: Also – Tatütata! Klingeling! Tröoot! – was nach „Alle“ und vor „Ein alter Chef“ steht, ist eine ironische Analogie (abgesehen von meiner Abneigung gegen weißen Spargel – die ist echt). Denn ScienceBlogs ist so ein Markt, wo jeder Anbieter seinen eigenen Stand hat, für dessen Sortiment er selbst verantwortlich ist. Sicher, wie bei jedem Markt gibt es ein paar Grundregeln – auf einem Bauernmarkt hat ein Autohändler nichts zu suchen, und auch kein Buchladen. Und es wird immer Diskussionen und auch Streit zwischen den Anbietern geben: „Deine Tomaten sind gar nicht aus eigenem Anbau!“ „Was haben die Seifen, die der Imker neben seinem Honig hier anbietet, auf einem Gemüsemarkt zu suchen? Kann man ja auch gleich Waschmittel von Henkel anbieten!“ „Ich will nicht, dass der sein kunstgedüngtes Zeug neben meinem Ökosalat anbietet, der vertreibt mir die Kundschaft!“ Aber ist das ein Grund, den Markt zu vermeiden? Ich muss nicht alles konsumieren, was dort angeboten wird. Ich muss nicht mal theoretisch alles mögen. Aber es gibt genug, was mir gefällt – und darum gehe ich hin.
    Alles klar, oder muss ich das Bild noch klarer interpretieren?

  20. @Jürgen
    Naja, wenn es aber an jedem Stand ein Schild gibt, auf dem steht „Markt nur für Lebensmittel“, dann darf man sich über den Waschmittelverkäufer schon wundern…
    Zitat:
    „ein sachlicher Stil der Kommentare geeignet, der den Respekt vor anderen Meinungen wahrt.“
    Alles klar, oder muss ich das Problem noch deutlicher belegen?
    @Michael
    Die Antwort ist ganz einfach: Wenn ich letztes Jahr „Hier Wohnen Drachen“ irgendwo bei Blogspot gestartet hätte, wieviele Leser hätte ich dann heute?

  21. @MartinB
    Es kommt halt drauf an, was man unter „Lebensmittel“ versteht – für den einen gehört Seife (vor allem, wenn sie vom Imker kommt) klar dazu, die andere sieht hier den potenziellen Einmarsch von Unilever & Co. Dass letztere auf einem Bauernmarkt aber definitiv nichts zu suchen hätten, darüber wären sich alle letztlich wohl einig. 😉 Doch jede Metapher hat ihre Grenzen, das gebe ich zu.
    Und nicht alles, was „geeignet“ ist, wird auch immer benutzt. Versteh‘ mich nicht falsch, ich bedauere das auch – aber „the best-laid plans of mice and men oft go astray.“ (Robert Burns: <a href=“http://www.worldburnsclub.com/poems/translations/554.htm rel=“nofollow“>To A Mouse)

  22. @Jürgen: Um die Analogie mal spaßeshalber fortzusetzen: Wenn mich einer der Händler mit einem fröhlichen „Verrecke, Du Drecksack“ empfangen würde, würde ich möglicherweise allein deshalb schon nicht mehr den Markt besuchen – auch wenn ich vom netten Händler nebenan eventuell etwas kaufen würde. Zumindest aber würde ich diese Erfahrung in Gedanken mit dem Markt verknüpfen und mich an diesen entsprechend erinnern. Noch mehr ärgern würde ich mich über dieses Erlebnis, wenn neben dem Eingang ein Regelblatt hängen würde, das sowohl für mich als auch die Händler verpflichtend ist, und mit den Worten einleitet: „Dies ist ein Marktplatz, auf dem alle höflich miteinander umzugehen haben…“

  23. @Christian
    Mag sein. Aber so drastisch ist es hier nun auch nicht. Es gab/gibt in New York beispielsweise den „Suppenman“ Al Yeganeh, der ob seiner rüden Umgangsformen – wer seine Bestellung zu langsam aufgab oder nicht das passende Kleingeld an der Kasse parat hatte – berühmt-berüchtigt war und sogar in der Comedyserie „Seinfeld“ die regelmäßig wiederkehrende Figur des „Soup Nazi“ (sorry, mit Godwin’s Law hat dies wirklich nichts zu tun) inspirierte. Trotz – wegen? – seiner Pöbeleien wurde er ziemlich erfolgreich: Sein „Hole in the wall“ (die erste Soup Kitchen International, gleich um die Ecke von meiner damaligen Wohnung, war wirklich kaum mehr als eine Mauernische) wuchs sich zu einer Restaurantkette nebst einem Supermarkt-Dosensuppensortiment aus.
    Warum erzähle ich das hier? Weil das Beispiel zeigt, dass es viele Geschmäcker, auch beim Umgang mit sich selbst, geben kann.

  24. Christian A,
    bislang haben wir Autoren hier die kompletter Kontrolle über die Inhalte unserer Blogposts. Sollte sich das ändern und es dahingehend irgendwelche „Richtlinien“ oder „Regeln“ geben, wäre ich der erste, der hier abspringt. Es geht vielmehr um den Ton der Artikel und Diskussionen. Sollten also Autoren in einer Form der freiwilligen Selbstkontrolle auf grenzwertige Äußerungen und Beleidigungen in den Artikeln und Kommentaren verzichten und wie soll das mit dem aktuellen Blogsystem und nach welchen Richtlinen umgesetzt werden, wenn es auch für andere Kommentatoren gelten soll.

  25. „Werfen Beschimpfungen, die vereinzelt in den Kommentarspalten auftreten ein schlechtes Licht auf das Blognetzwerk insgesamt?“
    Die Frage ist eindeutig mit Ja zu beantworten. Es ist schlicht peinlich was hier sich einige Bloger leisten, was der Umgang mit den Kommentatoren betrifft.
    Dass der Arbeitgeber die schon längst nicht rausgeschmissen hat, stattdessen die Position von solchen noch verstärkte, zeigt eindeutig, dass dem Blog ein neuer Besen gut tun wird. Es stinkt hier gewaltig nach Esowatch.

  26. @Jürgen Schönstein Also Sie sind der Meinung: Erfolg heiligt die Mittel!?!??! Ja, da waren auch mal welche, lassen wir mal die Suppe weg, die waren auch kurzfristig ziemlich erfolgreich. Nicht, dass sich hier jemand verglichen fühlt.
    Es muß immer irgendwelche Grenzen, Gesetze oder eben eine Netiquette geben. Natürlich können Sie diese kurzfristig auch mit Erfolg überschreiten, langfristig nehmen Sie oder die Gesellschaft, der Sie angehören Schaden. Und solange die Witze, das Lächerlichmachen, das Verhöhnen auf Kosten irgendwelcher Trottel oder Trolle geht, machen gerne sehr viele mit. Es geht ja (noch) nicht um die eigene Person oder Gruppe.

  27. @roel

    Es muß immer irgendwelche Grenzen, Gesetze oder eben eine Netiquette geben.

    „Ethikrichtlinie“ hört sich hier ganz gut an – der Rechtsweg kann ja sowieso nicht ausgeschlossen werden.
    BTW: Danke für Ihre unschuldig wirkende Frage, die den aggressiven Atheisten, Sie wissen wer gemeint ist, sich dahingehend offenbaren hat lassen, dass das Strafrecht auf Eltern anzuwenden sei, die ihren Kindern religiöse Inhalte vermitteln.
    Das hat direkt Zeit gespart!
    MFG
    Dr. Webbaer

  28. @Jürgen: Ein absolut nachvollziehbares und völlig richtiges Argument. Es stellt sich aus meiner Sicht dennoch die Frage: Sollte eine der öffentlichen Diskussion um Wissenschaft gewidmete Blogplattform sich hinsichtlich des Goldstandards für den Umgangston eher an Gesprächsstil in einem einem Londoner Gentlemen-Club orientieren – oder doch an den Umgangsformen in einer New Yorker Suppenküche…? Letzteres mag der Plattform den größeren Erfolg bescheren, ersteres würde meines Erachtens nach der eigentlichen Gründungsidee näherkommen. Aber das ist natürlich eine sehr subjektive Sicht.

  29. Dr Webbaer,
    ich sehe hier keinen Widerspruch. Die erste Aussage bezieht sich auf die Inhalte der Artikel, letztere auf die Art, wie diese kommuniziert bzw. diskutiert werden.
    Eine technisch ausgereiftere Blogsoftware würde zum Beispiel erlauben einzelne Kommentatoren basierend auf deren IP-Adresse dauerhaft zu sperren. Wie ich es verstehe reicht aktuell eine einfache Namensänderung um die Sperrungen zu umgehen. Eine Sperrung wäre zum Beispiel bei wiederholtem und offensichtlichem off-topic Kommentarspam angebracht, sowie bei drastischen Überschreitungen der Polemik-Beleidigungs-Demarkationslinie. Eine Maßnahme, die auf WeiterGen übrigens in den mittlerweile über drei Jahren bei ScienceBlogs noch nie nötig war, auf anderen Blogs des Netzwerks aber gerne eingesetzt wird und dort zu Frustration führt.

  30. Um nochmal als (quasi) Kunde zu einer der Eingangsfragen zurückzukommen: Ich fühle mich von rüden Kommentarschlachten nicht abgeschreckt. Wie Weitergen weiter oben schon meinte, ist es im Gegenteil manchmal recht amüsant, die zu Lesen (wobei ich mir wünsche, dass die offensichtlichen Trolle mal ungefüttert bleiben, aber das nur am Rande). Allerdings bin ich jetzt auch seit … ähh … schon lange Leser und Gelegenheitskommentator, kenne das also schon so.
    Weiter bin ich der Meinung, dass der Leser auch in der Lage sein sollte zu differenzieren. Irgendwann hat man die Blogs raus, wo vom Blogbesitzer erlaubt scharf geschossen wird und die, wo der Ton verträglich ist.
    Ich denke weiterhin, wenn eine Muttergesellschaft die Blogger haben will, dann soll die denen auch die Führung des eigenen Blogs erlauben wie die Blogger lustig sind. Ich glaub, es ist fruchtbarer, wenn der Blogger selber entscheiden darf was er schreibt und was nicht, wo er moderiert und wo nicht. Man muss fairerweise natürlich festhalten, dass die Muttergesellschaft die Infrastruktur stellt und bezahlt, da leiten sich natürlich Rechte draus ab. Aber ich halte die freie Entfaltung für interessanter für den Leser (und für Blogger sehr wahrscheinlich auch).

  31. Hannes Bongard,
    wer als Autor eingeloggt ist und kommentiert kann gar nicht unter anderem Namen schreiben. Autoren haben außerdem ein schwarzes „SB“ Icon wo bei Ihnen eine rote Sprechblase links von Ihrem Namen steht.
    Das Trollen ist also das „Privileg“ der Leser die Kommentieren. Neben dem, gar nicht lesen zu müssen, was die Autoren hier absondern.

  32. Aber ist das ein Grund, den Markt zu vermeiden? Ich muss nicht alles konsumieren, was dort angeboten wird. Ich muss nicht mal theoretisch alles mögen. Aber es gibt genug, was mir gefällt – und darum gehe ich hin.

    Aus Sicht der Konsumenten mag das Sinn machen. Aus Sicht der Anbieter nur bedingt. Ein Händler wird den Markt nach seinem Ruf auswählen. Wenn ein Markt für weißen Spargel bekannt ist, dieser sozusagen sein Markenzeichen ist, dann wird ein Anbieter grünen Spargels sein Grünzeug vielleicht nicht gerade auf diesem Markt anbieten. Und insofern macht es dann schon Sinn darüber nachzudenken, welches Image man als Marktplatz haben will.
    Wobei es ja vielleicht schon ausreichen würde, den weißen Spargel nicht mehr ganz so offensiv zum Erkennungszeichen des Marktes zu machen, man kann ihn ja trotzdem weiter verkaufen.

  33. @WeiterGen
    Das scheint Dr. W ein ambivalentes Statement zu sein, ein Oxymoron sozusagen. [1] Denn einerseits ist klar, dass größtmögliche Publizistenfreiheit wünschenswert ist und andererseits, dass Publizisten das Inhaltsangebot nicht durch ungünstige Kommunikationskompetenz (Webkompetenz) in Verruf bringen.
    Und so etwas ließe sich über „Richtlinien“ realisieren, die dann aber auch im Extremfall, nachdem soz. alles versucht worden ist, in einem an einen „delinquentischen“ Publizisten gerichtetes „Danke, es war schön!“ enden kann.
    MFG
    Dr. Webbaer
    [1] aha, „komplette Kontrolle“, „dahingehende Richtlinien“, wohl nicht alles kapiert, aber es soll mal stehenbleiben
    🙂
    PS: Technische Lösungen gibt’s da eigentlich nicht, WordPress mag leistungsfähiger sein, aber über die Qualität des Umgangs bestimmt der Mensch (oder Bär). – Von technisch ausgefeilten Umsetzungen eine Netiquette bemühend, also bspw. auch was die Zensurierung betrifft, rät Dr. W dringend ab. So etwas muss scheitern, weil nicht effektiv umsetzbar, nur als letztlich untaugliche Krücke.

  34. Selbstverpflichtungen klingen toll, bringen in der Praxis aber nichts. Das sieht man ja an der lustigen Netiquette, die u.a. mit Sanktionen droht, die sich technisch nicht einmal umsetzen lassen.
    Ich glaube aber, dass Blogs eine gewissen Selbstreinigungsfunktion haben: Blogger mit deftiger Ausdrucksweise, einer tiefen Abneigung gegen andere Meinungen und einem Hang zur Publikumsbeschimpfung ziehen letztlich ebensolche Kommentatoren an, es bildet sich eine selbstverstärkende Kommentarcommunity, die auf kurz oder lang die Gelegenheitskommentierer (und wahrscheinlich auch den normalen Leser) abschreckt. Letztlich kocht das Blog nur noch im eigenen Saft. Alle paar Monate schaue ich zum Beispiel mal bei PZ Myers rein, kann damit aber überhaupt nichts anfangen und finde es einfach nur abschreckend.
    Problematisch kann es werden, wie Thilo richtig feststellt, wenn die Spargelverkäufer das Bild des Blognetzwerks prägen oder gar dominieren. Hier könnte ein neuer Besitzer mit einer klaren redaktionellen Vorstellung von der Außenwirkung des Blognetzwerks sogar helfen – indem er den Marktplatzgedanken in der Außendarstellung stärkt oder ein paar Spargelverkäufer rauswirft (zum Glück für die deutschen Scienceblogs scheinen einige ja gerade ohnehin Betriebsferien zu haben…)
    Andererseits: Niemand ist gezwungen, auf diesem Marktplatz, zwischen all den Spargelkönigen, seine Ware zu verkaufen. Der Direktvertrieb in Internet funktioniert mittlerweile sehr gut 😉

  35. @WeiterGen
    Auch die Inhalte der Artikel können bereits problematisch sein, nur ein Beispiel: Es gab schon Artikel, die einem bestimmten „Troll“ gewidmet waren.
    Und der „Troll“-Begriff ist – wie Herr Friedrich weiter oben sehr schön ausführt – zu meiden.
    Aber i.p. Webkompetenz gibt es so einiges, was nicht gut ist. So ne Richtlinie wär bestimmt nicht schlecht.
    IP-Sperren können Sie vergessen, sind leicht zu umgehen und behindern spätere Nutzer, die sich bspw. über die IP eines vorherigen Störers einzuwählen suchen. Nicht schlecht wäre ein Kontensystem, so ließe sich bspw. meiden, dass Namen missbraucht werden, aber der Preis könnte in geringeren (!) Zugriffszahlen liegen. Will man das? A: Eher nicht?!
    Dann noch kurz zur Störer(vs. Troll)-Problematik, Störer (Definition: wollen bewusst oder unbewusst dem Inhaltsangebot (massiv) schaden – beste Behandlung: Ignorieren nach Erkennen!) sind sehr selten, schwierig zu bearbeiten und es gibt hier keine wirklich guten technischen Möglichkeiten. – Ein Kontensystem (s.o.) könnte Störer namentlich „entkleiden“, Störer treten gerne unter ein und demselben Namen auf, aber es gibt leider auch Störer bei denen das nicht funktioniert. Hier ist dann die „nackte“ Webkompetenz gefragt.
    MFG
    Dr. Webbaer

  36. Meine Erfahrung mit Blogs und ähnlichem aus dem US-Raum ist, für mich selbst überraschend, dass man dort einerseits autoritätshöriger ist als hierzulande, und überhaupt weichere Umgangsformen pflegt.
    So sehr ich Kraftausdrücke und plumpe Beleidigungen verachte, so sehr mag ich zugespitzte Polemiken, die hart an die Grenze gehen. Da ist aber in Amiland lange vorher Schluss – was da als Beleidigung als ‚offensive‘ betrachtet wird – und die haben uns Meinungsfreiheit gebracht? Und wenn das Geschäft, der Kommerz oder der Chef sagt, wo es lang geht – da gibt es dann nichtmals mehr höflichste Nachfragen – da werden stromlinienförmig die Ohren angelegt, und das Rudel pariert im Gleichschritt, dass ein preussischer Stechschrittmeister vor Staunen strauchelt.
    Natürlich – wer sprachlich das Nachsehen hat, und ordentlich gepiekt wird, der verliert leicht die Fa¢on, und greift dann in Notwehr schon mal zu Ausdrücken. Aber lieber mal ein sprachliches Raufhändel in Ehren, als die weichgewaschene Konsensbrühe von überm Teich.
    Ich hoffe der Pluralismus der Diskussionsstile wird auch von einem neuen Management ertragen, und es mischt sich nicht ins operative Textgeschehen.
    Wir werden sehen. Ich spitze meine Tastatur schonmal an. 😉

  37. @roel

    Also Sie sind der Meinung: Erfolg heiligt die Mittel!?!??!

    Nein. Dazu wäre ja überhaupt erst mal eine Definition von „Erfolg“ nötig. Und die ist mir, was Blogs im Allgemeinen und ScienceBlogs im Speziellen betrifft, nicht bekannt. Wer es auf Reichweite abgesehen hat, der/die startet keinen Wissenschaftsblog, sondern so etwas wie Gawker oder vielleicht auch die HuffPost. Aber das nur zum Thema „Erfolg“. Mir ging es um etwas anderes: Es gibt ein Dilemma zwischen der größtmöglichen Freiheit, die ja nun mal das Grundrecht eines Bloggers sein sollte, und dem Anspruch, hier ein einheitliches, kontrolliertes Konstrukt mit verbindlichen Regeln zu etablieren. „Freiheit“ und „Vorschrift“ sind nun mal zwei widersprüchliche Konzepte.
    „Monsieur l’abbé, je déteste ce que vous écrivez, mais je donnerai ma vie pour que vous puissiez continuer à écrire.“
    Das hat Voltaire, dem man diesen Spruch zuschreibt, offenbar selbst nie so ausgedrückt, aber, um mal ein anderes Zitat von ihm zu paraphrasieren, weil es diesen Satz von ihm nicht gab, hat man ihn eben erfinden müssen: Mag ja sein, dass man das eine oder andere, was man liest, nicht ausstehen kann – aber das ändert erst mal nichts am Grundrecht des Autors, dies zu schreiben. Man muss ja nicht gleich sein Leben dafür geben … Nicht lesen genügt ja. Genau so, wie ich keinen weißen Spargel essen muss. Und wenn ich mich hier so umschaue, dann steht noch eine ganze Menge anderes auf dem Menü. Und manche mögen’s halt schärfer als andere. Wir sind viele Köche hier, aber damit es eben kein fader Brei wird, sondern möglichst abwechslungsreiche Kost, ist es vielleicht – meine private Meinung! – akzeptabel, dass auch mal was dabei ist, was nicht jedem schmeckt. Aber ich kann mich irren – genau darum wird hier diskutiert.

  38. @Jürgen Schönstein „Nein. Dazu wäre ja überhaupt erst mal eine Definition von „Erfolg“ nötig.“ Den Erfolg haben Sie bereits oben definiert: „Trotz – wegen? – seiner Pöbeleien wurde er ziemlich erfolgreich: Sein „Hole in the wall“ … wuchs sich zu einer Restaurantkette nebst einem Supermarkt-Dosensuppensortiment aus.“ Also Wachstum. Übertragen auf einen Blog ist es dann Reichweite.
    Die Freiheiten, die wir heute haben, werden durch Vorschriften geschützt. In diesem Sinne widersprechen Vorschriften nicht der Freiheit, sondern sind sogar eine Voraussetzung. Ich denke niemand der Blogger oder Kommentatoren möchte ein „einheitliches, kontrolliertes Konstrukt mit verbindlichen Regeln etablieren“, dass die Blogger in der Aufmachung ihres Blogs oder in der Themenauswahl oder in der Aussage einschränkt. Ich denke die scienceblogs Netiquette reicht eigentlich schon aus.
    Ich finde es auch richtig, dass auf scienceblogs ein breites Spektrum an Themen bearbeitet wird. Und es ist auch klar, das es Themen gibt die mich weniger interessieren. Aber jeder sollte doch einen gewissen Umgangston wahren. Und wenn jemand für sich das Recht in Anspruch nimmt, seine Meinungsfreiheit radikal ausleben zu dürfen, dann sollte er dieses Recht auch den anderen gewähren, und nicht zig Millionen Personen per Gesetz davon ausschließen wollen.

  39. @roel

    Die Freiheiten, die wir heute haben, werden durch Vorschriften geschützt. In diesem Sinne widersprechen Vorschriften nicht der Freiheit, sondern sind sogar eine Voraussetzung. (…) Ich denke die scienceblogs Netiquette reicht eigentlich schon aus.

    Die ersten zwei Sätze sind richtig, der letzte, LOL, nunja, ham’se mal reinjeschaut?
    Sicherlich kann eine Richtlinie für Publizisten nicht ohne weiteres „klassisch“ durchgesetzt werden, es sollten auch eher Gebote sein, die einerseits Wertemengen wiedergeben und andererseits konkrete Don’ts beinhalten – mehr aber auch nicht -, 80 Zeilen reichen hier vermutlich .
    „Freiwilige Selbstverpflichtungen“ sind wiederum wirkungsschwach.
    Der Ubermeister der hiesigen Inhaltemeister könnte hier sicherlich ein wenig wirken…
    SCNR
    Dr. Webbaer

  40. @Dr. Webbär
    alles aus „Die Etikette im Netz Regeln für die Nutzung der Kommentarfunktion bei ScienceBlogs.“ (in ursprünglicher Reihenfolge)
    1.) … ist ein sachlicher Stil der Kommentare geeignet,
    2.) der den Respekt vor anderen Meinungen wahrt.
    3.) Ihre Kommentare sollten selbstverständlich von Ihnen stammen. Zitate müssen gekennzeichnet werden und der Urheber genannt werden.
    4.) Entfernt werden Kommentare, die andere etwa wegen ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Sprache, ihrer Abstammung, ihrer religiösen Zugehörigkeit oder ihrer Weltanschauung diskriminieren.
    5.) Jede Form von Propaganda, rassistischen oder sexistischen Äußerungen führt zur umgehenden Löschung des Kommentars und zur Sperrung des Accounts.
    6.) In Kommentaren dürfen keine Kontaktadressen, Telefonnummern und gewerbliche oder werbende Hinweise stehen. Bei ScienceBlogs können Kommentare unter einem Pseudonym veröffentlicht werden.
    Für mich ist das ausreichend.

  41. @roel

    • Was ist ein „sachlicher Stil“?
    • Was ist Respekt?
    • Warum Respekt vor anderen Meinungen?
    • Was ist Diskriminieren? Unterscheiden?

    Das ist für die Außenwirkung, wie es so schön heißt OK, schön politisch korrekt und so, weltfremd, beim Zensurieren vielleicht hilfreich, ebenso vielleicht rechtlich, aber wenn man von innen her das Klima verbessern will…
    MFG
    Dr. Webbaer

  42. @Dr. Webbär Wie gesagt, das sind Originalausschnitte. Natürlich kann hier und da noch etwas definiert werden. Aber sie merken doch auch schon so, wer sich versucht, an diese Netiquette zu halten und wer nicht.

  43. @roel
    Dr. W schlägt eine andere Struktur vor:

    • allgemeines Bekenntnis zur Europäischen Aufklärung und zur modernen Wissenschaftlichkeit (Rousseau bspw. kann als erster Linker und erster Öko verstanden werden, so könnte der Konsens sichergestellt werden 😉
    • Was SB.de will
    • Do’s&Don’ts, wobei die letzteren wichtiger sind

    Alles eher informell, nicht „so“ bindend also, denn der Geist eines solchen Dokuments zählt. Ziel hier primär: der Publizist, Geltungsbereich: für alle
    Polemik muss natürlich willkommen bleiben, wie auch die webtypische Härte: Es wird nicht immer wissenschaftlich gearbeitet. 🙂
    MFG
    Dr. Webbaer

  44. allgemeines Bekenntnis zur Europäischen Aufklärung

    Hach, sobald es gegen die Fremden geht, bekennen sich sogar Leute zur Aufklärung, von denen man das gar nicht erwartet hätte.
    Ich halte sowieso nicht viel von Absichtserklärungen & Co. Noch viel weniger allerdings von Bekenntnissen, deren einziges Ziel es ist, einzelne (in diesem Fall genau einen) der Autoren vor den Kopf zu stoßen.

  45. @Thilo Küssner

    Hach, sobald es gegen die Fremden geht, bekennen sich sogar Leute zur Aufklärung, von denen man das gar nicht erwartet hätte.

    Sie werden sicherlich verstehen, Herr Küssner, dass Einwände auf diesem Niveau ätzend sind.
    Sie haben ein persönliches Problem mit Dr. W? A: No prob, aber lassen Sie den Bären [1] doch einfach mal in Ruhe. – Auch so ein Rat könnte Eingang in die angedachten Ethikrichtlinien finden.
    MFG
    Dr. Webbaer
    [1] ab einem gewissen Punkt

  46. Wir haben ja bereits den Satz in der Netiquette, daß „Kommentare, die andere etwa wegen ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Sprache, ihrer Abstammung, ihrer religiösen Zugehörigkeit oder ihrer Weltanschauung diskriminieren.“ entfernt werden sollen. Wobei das natürlich im Einzelfall schwer zu entscheiden ist. Im Normalfall wäre es natürlich absurd, bei einem Verweis auf europäische Aufklärung von Diskriminierung zu sprechen. Wenn freilich die Herren Geoman und Webbär über Monate hinweg immer wieder einen einzelnen Blogautor wegen seiner (angeblichen) nichteuropäischen Werte angreifen, dann geht natürlich jeder davon aus, daß es auch diesmal beim Verweis auf die europäische Aufklärung eher um die Betonung der (angeblichen) kulturellen Unterschiede als um die Aufklärung gehen dürfte.
    Abgesehen davon ging es bei meiner Bemerkung nicht nur um ihre Person. Ich fände auch ganz grundsätzlich solche Bekenntnisse in der sb-Präaambel völlig unpassend.

  47. @Thilo

    Kommentare, die andere etwa wegen ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Sprache, ihrer Abstammung, ihrer religiösen Zugehörigkeit oder ihrer Weltanschauung diskriminieren

    Yo, demnach verstößt ursus plumbeus laufend gegen die Netiquette, indem er andere wegen ihres Geschlechts, ihrer Abstammung, ihrer religiösen Zugehörigkeit oder ihrer Weltanschauung diskriminiert. Besonders eklig ist auch die Neofascho-Schreibweise „doitsch“.

  48. @Thilo Küssner

    Ich fände auch ganz grundsätzlich solche Bekenntnisse [zur Europäischen Aufklärung] in der sb-Präaambel völlig unpassend.

    Andere aber nicht, die moderne Wissenschaftlichkeit und deren Werte, wie bspw. die Ungebundenheit (von Machtfragen) der Forschung und Theoretisierung, kurz: der Erkenntnis, von Macht und Machtfragen, könnte schon als „Kind der Aufklärung“ in einer Präambel bei den ScienceBlogs vertreten sein.
    Man könnte sich auch so von der (hier explizit nicht gewünschten) Esoterik abgrenzen und bspw. auch den Zweifel an sich als Wert nennen und hervorheben. Die moderne Wissenschaftlichkeit ist sich ihrer Grenzen bekanntlich bewusst, hat keinen wie auch immer gearteten Wahrheitsanspruch, verändert sich und ist eine zivilisatorische Errungenschaft.
    Die diesbezügliche Wissenschaft wird zudem auch von einem ganzen weiten politischen Spektrum getragen.
    Sie als Mathematiker, als Forscher „innerer“ Welten und abstrahierter Bezugssysteme haben hier womöglich eine etwas andere Sicht. – Sie sind eingeladen diese zu schildern, niemand will einer für sich allein stehende (mal abstrakt formuliert 🙂 Tautologie nicht den ihr zustehenden Stellenwert beimessen. – So war’s nicht gemeint!
    Nö, also „sone richtig angemessen-feierliche Erklärung“ zu den Wurzeln der Wissenschaftlichkeit, wie wir sie kennen, muss nicht schlecht sein. Auch bei den ScienceBlogs.de nicht.
    MFG
    Dr. Webbaer

  49. @roel

    Den Erfolg haben Sie bereits oben definiert: „Trotz – wegen? – seiner Pöbeleien wurde er ziemlich erfolgreich: Sein „Hole in the wall“ … wuchs sich zu einer Restaurantkette nebst einem Supermarkt-Dosensuppensortiment aus.“ Also Wachstum. Übertragen auf einen Blog ist es dann Reichweite.

    Nein, das Beispiel war nicht so zu verstehen. Es sollte lediglich die Aussage relativieren, dass nur bei nettem Umgang mit der Kundschaft selbige bei der Stange bleibt – oft ist nicht vorhersagbar, was die Kundenn/Leser hier wirklich wollen und erwarten. Nicht mehr und nicht weniger sollte dieses Beispiel zum Ausdruck bringen.

  50. Was ich ja gern in der Netiquette hätte, wäre ein Schutz vor Leuten, die auf Nachfrage immer behaupten, sie hätten doch alles ganz anders gemeint. (Was sie freilich nicht daran hindert, eine Woche später die selben mißverständliche Formulierungen erneut zu benutzen.)
    Jemand eine Idee, wie man das für die Netiquette formulieren könnte?

  51. @Thilo Küssner

    Was ich ja gern in der Netiquette hätte, wäre ein Schutz vor Leuten, die auf Nachfrage immer behaupten, sie hätten doch alles ganz anders gemeint. (…)
    Jemand eine Idee, wie man das für die Netiquette formulieren könnte?

    Netiquetten [1] sind immer uncool und oft primär der Rechtslage geschuldet, was Sie womöglich wirklich wünschen ist clientseitiges Filtern. Niemand zwingt Sie hier zu lesen und an der Debatte teilzunehmen. Gerade auch wenn von Ihnen nicht geschätzte Meinungsträger, nun, Meinungsbeiträge verfassen.
    Old Webbaer hat aber gerade für Sie hier einen guten Tipp:
    Nutzen Sie bspw. eine Browsererweiterung wie (für den Google-Chrome) Personalized Web.
    Sie können dann Styles und Sheets auf die empfangene Ausgabe des Browsers legen bevor dieser rendert, d.h. Sie können clientseitig filtern.
    Der Schreiber dieser Zeilen nutzt das Tool seit einigen Monaten um nachreisende („stalkende“) Kommentatoren bzw. deren Comments auszublenden (und diese durch lustige Bildchen zu ersetzen).
    Der kluge Bär (oder Mensch) filtert im Web immer clientseitig – wie es sich gehört.
    HTH
    Dr. Webbaer
    PS: Sie sind übrigens auch Kandidat, sofern Gott will, beizeiten clientseitig gefiltert zu werden. – Und das tut ja auch nicht weh, Sie merken nüscht, aber eine Antwort kommt halt nie.
    [1] vs. Statements, oder Value-Statements 🙂

  52. Jürgen Schönstein:

    …oft ist nicht vorhersagbar, was die Kundenn/Leser hier wirklich wollen und erwarten.

    Das ist mir mit zunehmnerder Dauer meines Engagements hier immer egaler geworden 🙂

  53. @Jürgen Schönstein Aber das Beispiel kann genauso verstanden werden! Auch Ihre Erklärung jetzt behandelt das Thema der erfolgreichen(!) Kundenbindung. Und was spricht auch dagegen. (Fast) alle ScienceblogerInnen haben eine treue Leserschaft und sporadisch bis gar nicht mehr wiederkehrende LeserInnen. Ein Blog soll nicht ein Tagebuch sein, das nur für den eigenen Gebrauch ist.
    Klar kann man auch durch Unhöflichkeiten eine große Leserschar generieren. Man baut zusammen ein gemneinsames Feindbild auf (z.B. die Trolle, die Gläubigen, die Wissenschaftsfeinde…) und fast alle sind zufrieden und dürfen mit abwatschen. Themen werden gewählt, die auf jeden Fall kontroverse Meinungen anziehen; leider rückt dabei die Wissenschaft oftmals in den Hintergrund und jeder Versuch eine andere wissenschaftliche Position zu beziehen wird scheitern, da die Meute aufs Abwatschen der Trolle fixiert ist. Dadurch leidet die Qualität noch mehr und ein Teufelskreislauf wird in Gang gesetzt, der dann kaum noch zu stoppen ist. Muß nicht sein, aber die Gefahr ist verdammt groß und an guten Beispielen zu beobachten. Das ist meine private Meinung, und deshalb plädiere ich für Höflichkeit bzw. zumindest gegen Unhöflichkeit.

  54. @roel
    Das hat alles schon grundsätzlich seine Richtigkeit. – „Das ist meine private Meinung, und deshalb plädiere ich für Höflichkeit bzw. zumindest gegen Unhöflichkeit.“- Höflichkeit, nomen est omen, war gestern, auch Dämlichkeit muss nicht sein btw, lassen Sie sich mal nicht rupfen, jeder interessierte Laie ist kommenta(to)risch willkommen und man ist ja sowieso in den meisten Bereichen Dilettant, aber das gegenseitige „Sich-Beheizen“ gehört zur Veranstaltung.
    MFG
    Dr. Webbaer

  55. @roel
    Das ist mir bewusst geworden, deswegen habe ich ja noch einmal versucht, es zu präzisieren. Korrigieren Sie bitte meine Formulierund dahin gehen, dass dies nicht die Intention meines Beispiels war. Wie es verstanden wird, kann und darf ich natürlich nicht vorschreiben.

    und deshalb plädiere ich für Höflichkeit bzw. zumindest gegen Unhöflichkeit.

    Und sie haben darin meine volle Zustimmung. Aber eben – mehr kann ich nicht garantieren – nur meine. Diese Gewichtung muss letztlich jeder für sich selber treffen, und zwar nicht nur in Blogs, sondern auch im richtigen Leben. Wie gehen Sie denn im richtigen Leben mir Leuten um, die Sie als unhöflich empfinden? Rufen Sie die Polizei oder sonst einen Ordnungsdienst (nein, dass ist keine sarkastische Frage, sondern ernst gemeint: was tun in so einem Fall), oder weichen Sie diesen Leuten, nachdem sie ihnen Ihre Meinung gesagt haben, fürderhin aus? Letzteres hätte ich bisher für den Normalfall in Blogs gehalten.

  56. Eine Ausgereifte Blogsoftware erlaubt, dass in einem Netzwerk wie ScienceBlogs die Art der Kommentarmoderation individuell für die Blogs angepasst und dynamsisch geändert werden kann. Moderationsschleifen und die Authentifizierung vor der Kommentierung behindern die flüssige Diskussion und erhöhen die Schwelle bei Erst- und Gelegenheitskommentatoren, die hier sehr gerne gesehen sind. Ich möchte das auf WeiterGen nicht haben. Andere Blogs würden sich das sicher manchmal wünschen. Wenn hier jemand was ins Kommentarformular eintippt, muss das und wird weiterhin sofort unter dem Beitrag zu sehen sein. Es kann nicht die Lösung sein, dass die große Mehrheit der Kommentatoren unter einzelnen Trollen und Spammern zu leiden hat.

  57. Ireneusz Cwirko,
    Ihre an den Haaren herbeigezogene Diskussion entbehrt jeder Grundlage.
    1. Es gibt keine „Internen Probleme“. Die Autoren hier verstehen sich blendend und haben zusammen Spaß am Bloggen.
    2. Auch die Leser sollen Spaß hier haben. Dazu ist es hilfreich, wenn Beleidigungen, Diffamierungen, und rechtlich bedenkliche Äußerungen sowie am Thema weit vorbeigehende Kommentare unterbleiben.
    3. Ich kann Ihnen versichern, dass der „finanzielle Bereich“ mit Sicherheit der geringste Grund ist, hier zu bloggen. Meine Vergütung deckt nicht einmal meine Kosten für den Internetzugang und mein umgerechneter Stundenlohn für den Schreibaufwand bewegt sich trotz meiner niedrigen Artikelfrequenz im einstelligen Eurobereich. Von einem „Geschäftsmodell“ zu sprechen ist also bar jeglicher Realität.
    Wir bloggen hier, weil es Spaß macht und der Zusammenschluss zu einem Netzwerk zu Synergieeffekten führt, wie zum Bespiel eine höhrere Visibilität. Weiter ist das „Communitygefühl“ sicher ein Motivationsgrund für Blogger hier zu schreiben. Manche schaffen das regelmäßiger, manche weniger, manche finden über Monate keine Zeit oder Muse. So wie das eben ist mit Hobbies.
    Ich finde es durchaus nachvollziehbar, dass dem einen oder der anderen hier hin und wieder der Kragen platzt wenn man in mit Verve geführten Debatten auf Mitdiskutanten trifft, die resistent gegen logische Argumente erscheinen und ohne Grundlage auf widerlegten Meinungen beharren. Das ist nämlich unwissenschaftlich und hat hier nichts zu suchen.

  58. Hannes Bongard,
    schönen Dank für die Definition. In der Tat treffen in solchen Fällen oft dogmatische Meinungen, also subjetive Ansichten auf die starrköpfig beharrt wird, auf begründete, wissenschaftliche Lehrmeinungen.
    Ansonsten gilt hier natürlich Meinungsfreiheit – solange nur meine Meinung geäußert wird.
    🙂
    Ich wünsche eine geruhsame Nacht.

  59. Für mich ist jetzt Nat. Geographic nicht „the root of all evil“, insofern seh ich den Dingen die sich da evtl ändern werden (wenn überhaupt was passiert) recht gelassen entgegen.
    Zum Thema „Durchsetzung der Netikette“ bzw „wirksames Blocken“, da gibts ein relativ einfaches schema:
    (1) für Kommentare ist ein login notwendig (wenn man die Möglichkit bietet, per Cookie eingelogt zu bleiben, ist der Nervfaktor null). Primary key ist die Email Addresse, damit wird das anlegen von Sockenpuppen deutlich nerviger
    (2) Neuanmeldungen bekommen erst nach zwei oder drei Tagen das Recht zu posten. Das blockt recht effektiv „Laufkundschaft“, während „normale“ Kommentare (also von leuten die mehr oder minder regelmässig SB lesen und sich äussern) nicht betroffen sind. Nervfaktor: gering.
    So gesehen zum Beispiel auf dailykos.com (relativ grosses Demokraten-Blog bei den Amies, ich würde mal schätzen, mindestens 10 mal mehr Leser als SB Deutschland, und NULL probleme mit Trolls, Spam, etc)
    So gesehen macht ein Wechsel der Software evtl schon Sinn …

  60. @Andreas P.
    Gute Punkte, insbesondere 2. finde ich überlegenswert; schützt zwar nicht vor den üblichen Berufstrollen, aber zumindet vor den Möven.

  61. @Andreas P.
    Sie haben dann halt den Effekt, dass Hürden für den Erstkommentar entstehen, d.h. ebenfalls weniger Traffic entsteht und dass irgendwann „Kunden“ verloren gehen, die ihre Logindaten verlieren…
    Gibt es ernsthafte Probleme mit Störern (vs. „Trollen“), ist natürlich ein Account-System irgendwann erforderlich; womöglich sogar mit Identitätskontrolle (das bieten einige Post-Dienstleister). Störer sind aber sehr selten, wenn man’s richtig anpackt.
    😉
    MFG
    Dr. Webbaer

  62. „aber wenn man von innen her das Klima verbessern will…“
    dann reichen eben keine Deklarationen und Netiquette.
    Zuerst muss man die Gründe der Probleme bei Scienceblogs finden.
    Aus meiner Sicht sind die folgenden wichtig.
    Zuerst sehe ich die Ursachen in dem finanziellen Bereich.
    So wie ich mitbekommen habe werden die Bloger für geleistetes vergütet. Die Höhe der Einnahmen richtet sich nach der Anzahl der Besucher (nehme ich an) das bedeutet aber dass einige ein System aus Internetleichen und Bootsystemen unterhalten um mehr zu verdienen. Das ist zwar teuer, scheint aber sich zu lohnen. Bei so einer Vorgehensweise ist eine Diskussion von dem Bloger nicht erwünscht weil sie sein Geschäftsmodell in die Gefahr bringt lahm zu legen.
    Die zweite Problematik ist dass einige in der Führungsebene des Blogs solche Manipulationen für bahre Münze nehmen und versuchen Sciencebolgs in DSDS zu verwandeln und sich selbst als die bessere Kopie des Dieter Bohlen sehen.
    Ist zwar lächerlich aber anscheinend allen egal nach der Devise: “Pecunia non olet“ Dumm nur dass es gar nicht so viele Besucher gibt. Das sieht man bei solchen Bloger die diese Tricks nicht verwenden. Die Klientel die bei DSDS die Quote macht wird hier niemand sehen. Wacht endlich auf es nimmt euch von den normallen Menschen niemand ernst auch nicht wenn einige glauben dass die Normalos nur über fäkale Sprache zu erreichen sind.
    Und zu Letzt die mafiosen Strukturen unter der Bloger. Eine organisierte Mobbingmafia der Esowatcher hat nur zu Schein ideologische Motivation, wahre Ziele sind Macht und Geld. Fäkale Sprache und Pöbeleien sind nur die Mittel um diese Interessen durchzusetzen.
    Ich würde folgende Lösung vorschlagen. Man sollte die Bloger einheitlich entlohnen egal wie oft sie frequentiert sind. Unsere roten Füchse dürfen nichts dagegen meckern, sie sind doch sooo links und sowiso.
    Dadurch würde sich ein Netz der Internetleichen nicht mehr rentieren und auch nicht mehr fäkale Sprache und Pöbeleien.

  63. @s.s.t.
    auch Hardcore Trolle werden dadurch recht effektiv ausgebremst durch die Notwendigkeit, sich eine neue Email-Adresse zulegen zu müssen, wenn der Account erst mal gesperrt ist. Natürlich schafft man das, aber es ist auf die Dauer recht nervig.
    @Webbaer
    – „Hürden für den Erstkommentar“, ja, sicher, das ist der Plan. Der „Nibiru kommt !!!! Ich weiss es besser als ihr Ignoranten“ Poster muss dann halt drei Tage Geduld aufbringen. Life is tough.
    – „weniger Traffic“ die einzigen die von Traffic profitieren sind Upstream ISP’s, und die rechnen heutzutage in TB/s. Ob’s da ein Kommentar in nem Blog reisst würde ich eher bezweifeln.
    – ‚dass irgendwann „Kunden“ verloren gehen‘ ist technisch trivial durch ein ‚passwort vergessen? geben sie hier ihre Email ein:‘ Formular zu lösen …
    „Identitätskontrolle“ brauch dafür kein mensch und wäre für mich auch ein K.O Kriterium für ein Blog/Forum

  64. @Andreas P.
    Es ging um die Besucherzahlen – http://de.wikipedia.org/wiki/Unique_Visit -, die abnehmen könnten, wenn Kommentatoren nicht leicht gebunden werden, es entsteht dann weniger „Traffic“. Wenn das wayne ist, OK, ist es nicht wayne, dann sinken die Zugriffszahlen und Werbepartner fangen womöglich an zu maulen.
    Darüber muss man sich auf Entscheiderseite beim Betreiber vorab im Klaren sein, wenn man Änderungen, bspw. ein Kontensystem, wünscht.
    Kontensysteme bieten sich an, wenn eine gewisse Exklusivität gewünscht ist, bspw. dort, wo es fachlich/spezifisch wird, kann eine dahingehende Lenkung Sinn machen.
    Hier wäre zu prüfen, wie sich das in die SB.de-Philosophie integriert – oder eben auch nicht.
    BTW, Sie kamen weiter oben mit dailykos.com und wie toll das dort ist: ontensysteme und Hürden bei der Anmeldung können natürlich meinungsbündelnd wirken, d.h. man kriegt Widerrede gut raus, Dr. W kennt einige Web-Biotope, deren Zugriffszahlen bewusst gering gehalten werden, dabei oder damit die (anscheinend gewünschte) Meinungskonformität erhalten bleibt.
    MFG
    Dr. Webbaer

  65. Widerlegbare Meinungen?
    „Eine Meinung (von indogermanisch moino Wechsel, Tausch) ist die in einem Menschen bestehende subjektive Ansicht und Einstellung zu Zuständen, Ereignissen oder anderen Personen (rechtlich: Werturteil)“ – Wikipedia am 29.4.2011
    Oder ist die „herrschende Meinung“, die „Lehrmeinung“ oder das Dogma gemeint?

  66. @Weitergen: Ja, verdammt, ich hab mich scheisse ausgedrückt. Inhaltliche Kontrolle sollte absolutes No-Go für einen Betreiber von Wissenschaftsblogs sein. Ich meinte mit dem „Schreiben was sie wollen“ etc. tatsächlich den Ton.

  67. @IC

    Und zu Letzt die mafiosen Strukturen unter der Bloger. Eine organisierte Mobbingmafia der Esowatcher hat nur zu Schein ideologische Motivation, wahre Ziele sind Macht und Geld. Fäkale Sprache und Pöbeleien sind nur die Mittel um diese Interessen durchzusetzen.

    Pöbeleien? Hmmm … meinen Sie vielleicht diesen Kommentar? Oder diesen? Vielleicht war’s eher so etwas,, was Sie hier ansprechen wollten? Oder der?

  68. „1. Es gibt keine „Internen Probleme“. Die Autoren hier verstehen sich blendend und haben zusammen Spaß am Bloggen.“
    Wozu also das Thema wenn alles so im Butter ist?
    „2. Auch die Leser sollen Spaß hier haben. Dazu ist es hilfreich, wenn Beleidigungen, Diffamierungen, und rechtlich bedenkliche Äußerungen sowie am Thema weit vorbeigehende Kommentare unterbleiben.“
    Da sind wir einig. Ergänzen möchte ich noch um einen Punkt dass die anderen Meinungen, die nicht mit dem Bloginhaber übereinstimmen auch respektiert werden müssen..
    „3. Ich kann Ihnen versichern, dass der „finanzielle Bereich“ mit Sicherheit der geringste Grund ist, hier zu bloggen. Meine Vergütung deckt nicht einmal meine Kosten für den Internetzugang und mein umgerechneter Stundenlohn für den Schreibaufwand bewegt sich trotz meiner niedrigen Artikelfrequenz im einstelligen Eurobereich. Von einem „Geschäftsmodell“ zu sprechen ist also bar jeglicher Realität.“
    Ich kann Ihnen versichern, dass ich Ihnen glaube. Deswegen auch mein Vorschlag.
    Wenn wir z.B.den Aufwand für einen Artikel von Herrn Bäker mit den Artikel über 2012 aber ähnliches vergleichen dann ist es für jeden offensichtlich dass der jetzige System völlig inakzeptabel ist und zwangsweise zu Müllverbreitung führt.
    Bei Gelegenheit möchte ich mich beim Herrn Bäker entschuldigen. Ich stimme dem was er Schreibt nicht in allen Punkten zu, aber er macht gute Arbeit die ich respektiere und die ich schätzen gelernt habe.

  69. @Mistelberger
    Das Originalzitat lautet

    „Philosophy of science is about as useful to scientists as ornithology is to birds.“

    , d.h. es geht nicht nur um Physiker; zudem kann der Bezugspunkt der Fynman-Aussage u.a. hier – http://onlinephilosophyclub.com/philosophy-of-science.php – erklärt vorgefunden werden.
    BTW, Sie beziehen sich auf

    Für Jörg Friedrich habe ich unlängst ein Wort von Richard Feynman aufgelesen: Wissenschaftstheorie ist für Physiker ungefähr so nützlich wie Ornithologie für die Vögel.

    .
    Es ging Feynman natürlich nicht um die grundsätzliche Nutzlosigkeit der Wissenschaftsphilosophie, sondern um die Schichtentrennung „Philosophy of Science vs. Science“.
    HTH
    Dr. Webbaer
    PS: Laufen hält fit, Old Webbaer läuft auch gelegentlich. Geistige Regheit im Alter und körperliche Fitness können der Lohn sein – neben gutem Aussehen natürlich.
    PPS: Für eine wie auch immer angedachte Ethikrichtlinie kann so ein (unerklärt bleibendes) Zitat natürlich (erst einmal) keinen Sinn ergeben.

  70. @weitergen: „Wenn hier jemand was ins Kommentarformular eintippt, muss das und wird weiterhin sofort unter dem Beitrag zu sehen sein. Es kann nicht die Lösung sein, dass die große Mehrheit der Kommentatoren unter einzelnen Trollen und Spammern zu leiden hat.“
    Absolut! Irgendwelche Schwellen einzubauen die es Erstkommentatoren schwerer machen hier Fragen zu stellen oder was zu sagen halte ich für absolut kontraproduktiv und sowas will ich in meinem Blog absolut nicht haben. Das Trollproblem wird sich sowieso nie lösen lassen. Sobald eine Internetseite eine gewisse Menge an Lesern hat, tauchen die automatisch auf, da ist es dann auch egal, über welche Themen man schreibt. Was trotzdem dringend nötig wäre, wäre moderne Software und die Möglichkeit, die Kommentarmoderation individuell und kurzfristig den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen. Damit lässt sich schon viel erreichen.

  71. Irgendwelche Schwellen einzubauen die es Erstkommentatoren schwerer machen hier Fragen zu stellen oder was zu sagen halte ich für absolut kontraproduktiv

    sehe ich auch so

  72. Aber natürlich sind einige kommentare Überflüssig… im Rückblick und es schreckt ab. Aber wie würde es denn abschrecken, wenn sich in komentaren alle seltsam einig sind und voller selbstleugnung des Lobes verfallen … sich also geradezu anbetend biedernd in den Rang legen…. dass es sich „Im Rückblick“ dann ebenso abschreckend ansieht….!
    Ich habs schon irgendwo im anderen Blog angesprochen: Wenn sich immer alle in gleicher Meinung einig sind, bräuchte es keine Blogs, keine Foren, keine anderen Content-pools… es wäre schlichtweg überflüssig auch nur ein Wort in den Kommentaren zuveröffentlichen. Solche Differenzen gehören zum Pozess der Bildung und sind natürlich von den Blog-Autoren leider immer wieder zu bewälltigen. Aber so nur kann es funktionieren, dass sich Menschen beteiligt und angesprochen fühlen – und gehört zur Vermittlung von Wissenschaft dazu. Allerdings mögen Grenzen der Zumutbarkeit vorhanden sein, die dann eintreten sollten, wenn es direkt persönlich übergreifend wird. Dies kann aber eigendlich nur vom Blog-Autor selbst entschieden werden, wann es tatsächlich soweit ist.
    Im Grunde bräuchte sich für mich nichts ändern. ausser vielleicht noch mehr Informationen … aber dabei werde ich wohl maßlos – was mir nicht zusteht. Kann man es doch nicht so dreist erzwingen.
    Aber vielleicht Brainstormen die Autoren darüber, was sie sich als eine Verbesserung vorstellen können, was sich dann auch mit mehr Motivation annehmen liesse …
    Alle Gesamtstrategien/stile würden meines Achtens den einzelnen von seiner Kunst abbringen. Ihn dabei stören und endlich wohl auch einen auswechselbaren (Fach)Bereichserfüller darstellen. Ich finde aber, dass ein möglichst unverwechselbarer Wiedererkennungseffekt erkennbar sein sollte.
    Sehr lustig:
    Ich werde jetzt auch zum ersten mal die Netiquette lesen… wie der erste Kommentator es erwähnte…
    Vielleicht kann man einen Link zur Netiquette zu jedem Artikel anlegen/in der Maske generieren? Etwa in der Spalte:
    Kategorie: Kultur·Medien·Technik · Kommentare: 86 -> Netiquette
    Unaufdringlich dezent und doch erreichbar, wenn man mal Zweifel hat.

  73. http://www.scienceblogs.de/weitergen/2011/04/meinungsfreiheit-und-der-gute-ton-national-geographic-kauft-scienceblogs.php#comment206466
    Jörg Friedrich· 28.04.11 · 13:07 Uhr
    „Troll“ und „Crank“ sind Kampfbegriffe,
    -> So habe ich es nur noch nicht in Worte fassen können. Aber es muß natürlich das Trauma der blogger auch irgendwo herkommen. Der „ab-und-zu“ kommentarleser wird sich nicht viel bei einer deftigen diskussion denken. Aber der Blog-Autor muß es aushalten, … wobei ihm dann viele unterschiedliche Kommentarsituationen wieder gleich vorkommen… das Ergebnis: Veralgemeinerung … in Form der Beschreibungen Trolls und Cranks…
    … kann mir als Kommentator natürlich nicht gefallen. Aber darüber nachdenken schon…

  74. „Wenige sind imstande, von den Vorurteilen der Umgebung abweichende Meinungen gelassen auszusprechen; die Meisten sind sogar unfähig, überhaupt zu solchen Meinungen zu gelangen.“ – Albert Einstein

  75. @Webbär „HTH“
    Nicht wirklich, aber für Jörg Friedrich gibt es eine schöne Anmerkung von Albert Einstein (aus http://encyclopedia.thefreedictionary.com/Philosophy+of+physics);
    „I fully agree with you about the significance and educational value of methodology as well as history and philosophy of science. So many people today – and even professional scientists – seem to me like somebody who has seen thousands of trees but has never seen a forest. A knowledge of the historic and philosophical background gives that kind of independence from prejudices of his generation from which most scientists are suffering. This independence created by philosophical insight is – in my opinion – the mark of distinction between a mere artisan or specialist and a real seeker after truth.“ Einstein. letter to Robert A. Thornton, 7 December 1944. EA 61-574.

  76. Ja, dann ist ja – auf die letzten Kommentare bezogen – fast nichts mehr da, dem man als Leser nicht zustimmen möchte, man könnte fast eine allgemein Fittung annehmen – und der Gefittete fängt bekanntlich den Wurm!
    Was Dr. W sozusagen abschließend, d.h. er wird sich jetzt ausklinken, noch hervorheben möchte, ist die auch praktische Wichtigkeit der „Troll-Überlegung“, hier vorgestellt von Herrn Jörg Friedrich. (Ausgenommen vielleicht Web-Biotope, in denen diskutiert wird, ob Einstein nichts taugte, nichts drauf hatte und schwer irrte: Also, dort würde Dr. W dann womöglich doch den Troll-Charakter zuweisen wollen…)
    SCNR
    Dr. Webbaer

  77. Es kann sich ja nur um den Toppblogger Freistetter handeln, der keinen wiederholten Widerspruch verträgt, auch wenn er gut begründet ist und der nur Fans und Esos um sich versammelt. Letztere garantieren nämlich regelmäßig ausufernde ebenso lange wie nutzlose Kommentarschlachten.

  78. Falls meine unwesentliche Meinung Dich, lieber WeiterGen, oder sonst irgend jemanden interessieren sollte:
    Ich habe ScienceBlogs.de (SB) bisher sporadisch verfolgt und mich gelegentlich in die Diskussionen eingeschaltet. Bis neulich. Da bin ich bei einem Eurer ScienceBlogs-Kollegen (einem der „Top-Blogger“ mit einer großen Fan-Gemeinde übrigens) wegen missliebiger Äußerungen als sogenannter „Troll“ dauerhaft rausgeflogen. Gegen irgendwelche Netiquette hatte ich zuvor ganz bestimmt nicht verstoßen; zudem bin ich weder Wunderheiler-Gläubiger noch NatWiss-Dilettant; zudem bin ich der deitschn Sprachä ganz gut mächtig.
    Ach ja: Ich habe (wie jetzt übrigens auch) nur eine Quatsch- Email-Adresse angegeben.
    Ansonsten hatte ich dort schlicht Dinge geäußert, die dem dortogen Blog-Chef nicht ins (Welt)bild gepasst haben. Nach der dritten (vierten?) Replik meinerseits war er so in Rage, dass er meine durchaus konstruktiven (aber für ihn eben missliebigen) Beiträge von da ab gecancelt hat.
    Wie gesagt: Es ging weder um Homöopathie noch um sonstige Wünschelruten-Technologien. Daher war ich umso mehr dumbfounded von der überzogenen Reaktion Eures SB-Kollegen.
    Das, und das oftmals doch sehr „politisch überkorrekte“ Verhalten innerhalb der SB hat mich von Eurer Plattform vertrieben, die m.E. doch sehr im eigenen Saft schmort.
    Ein ehrlich gemeinter Rat: Da draußen gibt’s inzwischen ein knappes Dutzend wirklich hervorragender Science-Blogs, die sich jedoch nicht ScienceBlog nennen. Die graben Euch garantiert mittelfristig das Wasser ab, wenn Ihr weiter so engstirnig agiert.
    Mit ehrlich freundschaftlichem Gruß

  79. Sorry, aber ich lass mich hier nicht auf weitere Frustrunden ein, zumal meine damaligen Antworten ja, wie gesagt, zensiert/gecancelt und damit verfälscht wurden (würde ich in meinem Job so unredlich arbeiten, könnte ich maximal bei der BLÖD unterkommen).
    @WeiterGen: Also, meine 1A-Quellen poste ich hier ganz sicher nicht öffentlich. Da wäre ich so ziemlich der doofste in meinem Job weit und breit, und die Kollegen würden sich freuen. – Mach Du Deinen Job weiterhin so gut wie bisher; AAAber: Ich würd mir ernstlich überlegen, mich vielleicht mittelfristig selbständig zu machen…

  80. @Naturwissenschaftler
    Wie soll sich eine Blogplattform verbessern, wenn die Kritik aus „Irgendjemand ist hier blöd“ besteht?
    Und wie soll sich eine Blogplattform verbessern, wenn gute Beispiele versprochen, aber nicht genannt werden?
    Vielleicht war der Trollvorwurf ja nicht gaaaaanz unbegründet?

  81. Freistetter ist es NICHT.
    Übrigens: Ich will hier nichts verbessern. Bin weder Missionar noch Mitarbeiter von Marc Scheloske oder wer immer hier derzeit für Ordnung sorgt.
    So, den 99. und 100.ten Kommentar müsst Ihr Euch aber nun selbst generieren.
    (@Thomas J: Ach herrje… die Troll-Keule. So spät?)

  82. @Naturwissenschaftler
    Ich habe nur gesagt, dass dein Verhalten (so wie du dich jetzt hier präsentierst) die Trollkeule provozieren kann.
    Aber ich bleib dabei, bis jetzt kam von dir nur:
    1. „Jemand hat mich zensiert und war gemein, aber ich sags euch nicht, ätschibätschi“
    2. „Da draussen hats noch gaaanz viele gute Blogs und scienceblogs wird in der Bedeutungslosigkeit versinken“
    Wem bringt das auch nur irgendetwas, ausser dass du Geomans unberechtigte Vorurteile freigelegt hast?

  83. Es kann sich ja nur um den Toppblogger Freistetter handeln

    Muss das Zeitschriften-Echo mit dem miesen Umgangston gewesen sein, korrekt!

  84. Vielleicht bringt’s irgendwem hier einfach eine Art von, nennen wir’s mal „kritischer Selbstreflexion“?
    Dass sich der eine oder andere Blogger hier einfach mal fragt: „Mensch, vielleicht ist dieser blöde Typ, dieser Drecks-Troll, ja doch vielleicht ein ganz klein bisschen auf dem richtigen Dampfer…?“
    Und tschüss, ich merke schon, ich lass mich schon wieder reinziehen…

  85. @ Dr. Webbaer „Muss das Zeitschriften-Echo mit dem miesen Umgangston gewesen sein, korrekt!“
    Den richtigen zu erraten ist bei Scienceblogs richtig schwierig, nicht war? Im Gegenteil dazu kann man diejenigen die sich korrekt verhalten auf einer Hand zählen.
    Aber wie man es schön sagt ein Fisch beginnt am Kopf zu stinken.

  86. @ Dr. Webbaer „Muss das Zeitschriften-Echo mit dem miesen Umgangston gewesen sein, korrekt!“
    Den richtigen zu erraten ist bei Scienceblogs richtig schwierig, nicht war? Im Gegenteil dazu kann man diejenigen die sich korrekt verhalten auf einer Hand zählen.
    Aber wie man es schön sagt ein Fisch beginnt am Kopf zu stinken.

  87. @Ireneusz
    FF war’s aber ganz überraschend nicht, hmm, peinlich, ein wenig zumindest; wer war’s denn dann?

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