Gestern habe ich ein kurzes Video aus Tel Aviv gesehen. Kurz nach Mittag. Bewölkter Himmel. Die Sirenen heulen, Vögel fliegen auf, Explosionen sind zu hören, vermutlich der Iron Dome in Aktion. Dennoch schafft es eine Hamas-Rakete durch die Raketenabwehr und schlägt in ein Haus ein.

Ich hätte eigentlich heute in einem Flieger der Lufthansa nach Tel Aviv sitzen sollen. Ich hätte mich dann nach Gvulot durchgeschlagen, ein Kibbutz etwa 10 km vom Gazastreifen entfernt. Ich hätte dort drei Tage lang einen Workshop für Wissenschaftler mit zwei Kollegen gegeben. 

Statt dessen hatten wir drei heute ein Zoom-Meeting. Mein Kollege in Tel Aviv war heute Morgen schon schwimmen, ein Bad in seiner Nähe habe wieder geöffnet. Er braucht 40 Sekunden für eine Bahn. Wenn der Bademeister bei Raketenalarm pfeift also maximal 20 Sekunden bis an den Beckenrand. Dann hat er noch 70 Sekunden um in den nächsten Luftschutzbunker zu kommen. Das reicht.

Viele der ermordeten Israelis und der Geiseln der Hamas seien, wie er, Teil des linken Spektrums in Israel und hätten sich vor dem Angriff am 7. Oktober für die Belange der Palästinenser eingesetzt. Er wünscht sich Frieden und weiß doch, dass die Hamas und deren Terrorinfrastruktur zerstört werden muss. 

Wie lange kann es gehen, bis Frieden herrscht? Optimistisch gesprochen eine Generation, vielleicht 30 Jahre, meint er. Es ist kompliziert. Er weiß es nicht. 

Mir fehlen auch die Worte. Aber die einfach gestrickten und die verkappten Antisemiten, die jetzt ihre Masken fallen lassen, die finden welche. In den Sozialen Medien und auf “Pro-Palästina”-Demonstrationen. Was kann man dem entgegen setzen?

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3 Kommentare

  1. Ich bin jüdisch und es ist einfach schrecklich, wie viel Antisemitismus in vielen Leuten steckt. Die jetzt auf Seiten der Hamas stehen. Die die Anschläge am 7.10 leugnen. Die Welt steht Kopf. Geschichte wiederholt sich….

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