Stereotaktische Biopsie des Stammhirns

Wenn bildgebende Verfahren darauf hindeuten, dass da was wächst, was nicht hingehört, will nicht zuletzt die Patientin oder der Patient wissen, was da eigentlich los ist. Man sticht da also mit einer hohlen Nadel rein und entnimmt ein paar Proben.

Was bei verdacht auf Leberkrebs zum Beispiel noch relativ grobmotorisch und ambulant geschieht, verlangt bei Gehirntumoren mehr Geschick und Planung. Basierend auf CT und MRT Aufnahmen, wird der bestmögliche Weg zur Raumforderung geplant... [weiterlesen]

Der erste Schritt der Reise

Manche Themen sind erst zu persönlich und dann zu kompliziert, um sie in einem Blogartikel zu behandeln.

Meine Frau Titien fragte mich: “Warum schreibst du denn nicht über meine Krankheit auf deinem Blog?”

Weil ich die Zeit, die uns bleibt, lieber mit dir verbringen möchte, als vor meinem Computer” antwortete ich.

Titiens rechtes Auge wollte vor 21 Monaten nicht mehr richtig zur Seite... [weiterlesen]

Warum ich keine ganzen Artikel mehr auf ScienceBlogs veröffentliche

Ich war elf Jahre bei den ScienceBlogs als Autor aktiv. Die Plattform hat in dieser Zeit mehrfach den Besitzer gewechselt. Seed Media, Burda, Glam, National Geographic. Seit vier Jahren gehört ScienceBlogs.de zur Konradin Mediengruppe.

Vertreter des Verlags haben mir über den Redaktionschef mitgeteilt, dass meine Vertragsbedingungen zum 1.1.2019 anders ausgelegt werden. Unter den geänderten Bedingungen würde ich bei meiner geringen Artikelfrequenz und Leserzahl effektiv meine Inhalte kostenfrei zur Verfügung stellen... [weiterlesen]

Keine Geschichten mehr? Relotius und Wissenschaftskommunikation

Wie Claas Relotius wohl Weihnachten verbringt? Vielleicht bei seinen Eltern. In vertrauter Umgebung im Bildungsbürgertum. Klassische Musik kommt leise aus den zu groß geratenen Standlautsprechern im Wohnzimmer. Es ist Brahms. Ein Holzscheit knackt im offenen Kaminofen. Relotius sitzt im selben Ledersessel, in dem er sonst immer sitzt, wenn er bei seinen Eltern zu Besuch ist. Er versucht sich auf die Musik zu konzentrieren... [weiterlesen]

Symposium für kommunizierende Wissenschaftler am NaWik

Wer hin und wieder einen Blick in die Seitenspalte meines Blogs wirft weiß, dass ich am NaWik in Karlsruhe angestellt bin. Ich bin seit 2015 am Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation. Ein wichtiger Grund, warum ich die Stelle hier überhaupt bekommen habe, war, dass ich vor 10 Jahren während meines Postdocs anfing, dieses Blog hier zu schreiben. Ich habe die Geschichte hier schon mal kurz aufgeschrieben... [weiterlesen]

Glyphosat, Krebs und die möglichen Kosten für Bayer

Acht Geschworene in einem Gericht entscheiden nicht, ob ein Pestizid krebserregend ist. Die Gefährlichkeit wird basierend auf wissenschaftlichen Untersuchungen von Genehmigungsbehärden eingestuft. 
Wenn also nun ein kalifornisches Geschworenengericht einem schwer krebsranken Gärtner und Hausmeister Entschädigungszahlungen in Höhe 289 Millionen US-Dollar zuspricht, dann zeigt das vor allem, dass die Geschworenen viel Mitgefühl mit dem Kläger haben.
Es zeigt auch, dass die Geschworenen nicht in der Lage waren, die wissenschaftliche Faktenlage richtig einzuschätzen... [weiterlesen]

Kampf gegen die Dürre mit Mutter Natur oder CRISPR/Cas

Es ist heiß. Heiß und trocken. So trocken, dass es in Deutschland zu beträchtlichen Ernteausfällen kommt. Der Bauernverband fordert daher eine Milliarde Euro, um die Ernteausfälle auszugleichen.
Politiker vieler Parteien zeigen Sympathie mit den Landwirten. Auch die Grünen zeigen sich offen für eine Bauern-Nothilfe. Deren Franktionschef Hofreiter forderte ein grundsätzliches Umsteuern in der Landwirtschaft. Die Dürre müsse “ein Weckruf sein für einen grundlegenden Kurswechsel in der Agrarpolitik“, sagte der Grünen-Politiker in Spiegel Online... [weiterlesen]

Kann man die Tour de France auch ohne Doping gewinnen?

Lance Armstrong hat vor fünf Tagen im Freakonomics-Podcast auf die Frage des Journalisten und Podcast-Gastgebers Stephen Dubner “Do you think you could have won any Tours de France without doping?” (min 13:15) geantwortet: “Zero percent chance”
Das klingt nach einem Offenbarungseid für den Sport, der immer noch Millionen Zuschauer vor den Fernseher oder direkt an die Strecke lockt. 
Lance Armstrongs letzter Toursieg liegt 13 Jahr zurück, meine letzten Artikel zur Tour de France fünf Jahre... [weiterlesen]

Frontberichte vom Kampf gegen Ideologie: #MachAuchDuMit und #Gentechnikwende

Vor zwei Wochen fand der zweite March for Science statt. Es waren viel weniger Teilnehmer als beim ersten Mal. Vielleicht lag es daran, dass man sich immer noch nicht einig war, worum es eigentlich beim March for Science in Deutschland gehen soll.
Geht es um den Kampf gegen “Alternative Fakten”, geht es um die bessere Kommunikation von Forschungsergebnissen in die Gesellschaft, geht es um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Angestellten im Wissenschaftsbetrieb, oder doch um etwas ganz anderes... [weiterlesen]

Auf der Suche nach der gewonnenen Zeit – 10 Jahre WeiterGen

Dieser Artikel erschien zuerst im Jubiläumsblog 10 Jahre Scienceblogs.
Wenn Juristen, Philosophen und Theologen im Ethikrat über die Zukunft meiner Forschungsdisziplin entscheiden wollen und dabei jegliche Pragmatik vermissen lassen. Wenn Journalisten vor lauter neutralem einerseits – andererseits den ihnen bequemen Meinungen soviel Gewicht einräumen wie fundierten wissenschaftlichen Ergebnissen, dann macht mich das wütend.
Als Ende 2007 so über die Zukunft der Stammzellforschung in Deutschland diskutiert wurde, machte mich das so wütend, dass ich entschied, mich nicht nur über Artikel in Zeitungen zu ärgern, sondern meinem Ärger Luft zu verschaffen und in Form eines Blogs dagegen anzuschreiben... [weiterlesen]