Fotos von der KAUST und marine mikrobielle Ökosysteme

Ich bin an der KAUST natürlich auch um mir Vorträge anzuhören und selbst zwei zu halten. Die Diversität der Talks sprengt den Rahmen eines Blogartikels, daher hier nur ein paar Stichpunkte was ich gelernt habe, speziell über marine mikrobielle Ökosysteme, und dann Fotos.


Wussten Sie, dass sich das Rote Meer aus plattentektonischen Gründen immer weiter ausdehnt, und zwar im Süden mehr als im Norden?
Wussten Sie, dass es ein paar Dutzend sogenannte „Brine Pools“ am Boden des Roten Meers gibt? Das sind lokale Anreicherungen von sehr salzhaltigem Wasser. Aufgrund der größeren Dichte von Salzwasser mischt sich das Wasser nicht mit normalem Meerwasser und ist Lebensraum für extremophile Mikroorganismen.
Wussten Sie, dass die Brine Pools stark in Schwer- und Edelmetallen angereichert sind und seit den 60er Jahren der vergangenen Jahrhunderts überlegt wird, diese zu fördern?
Wussten Sie, dass in einem Milliliter Meerwasser rund eine Million Bakterien leben und zehn Millionen Viren?
Wussten Sie, dass die Biomasse aller Viren in den Weltmeeren zusammen größer ist als die Biomasse aller Menschen zusammen?
Wussten Sie, dass die im Meer lebenden photosynthetisch aktiven Cyanobakterien der Gattung Prochlorococcus pro Jahr rund 5 Gigatonnen CO2 aus der Atmosphäre fixieren?
Hier noch ein paar Fotos, alle hier auf dem Campus gemacht. Klick auf die Bilder öffnet sie in groß in einem Extra-Fenster.

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Die Bibliothek Die Außenwände sind dünn geschliffene und von hinten beleuchtete Steinplatten.

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Das Student-Center

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Das gleiche Gebäude

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Ein Treppenaufgang

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Blick nach oben auf dem Campus

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Ein Laborgebäude von innen

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Auf dem Weg zum Hörsaal

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Der Hörsaal von innen

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Der Blogautor übt Abschläge unter Flutlicht auf dem KAUST-eigenen Golfplatz

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6 Kommentare

  1. KLingt interessant. Ich werde nie wieder im Meer baden 🙂
    Für mich wärs nichts. Ich wär auf Grund dieser massiven Diskriminierung von Frauen vermutlich dauernd auf 180. Außerdem finde ich es falsch solche Systeme aufzuwerten indem man dort Wissenschaft betreibt.

  2. Hallo,
    ich hab mir gerade die Bilder des Gebäudes angesehen. Und ich muss sagen, das sieht schon sehr beeindruckend aus. Habe vor dem Blogbericht aber auch noch nie was gehört von dieser Hochschule.

  3. Danke für die Wissens-Häppchen, die Du in den Vorträgen aufgeschnappt hast und hier weitergibst. Da sind einige Sachen dabei, die einen zum Staunen bringen. Und: tolle Photos. Kompliment. 🙂

  4. Timbo,
    ja, die Viren sind sehr interessant. Die Cyanobakterien-Phagen tragen häufig Host-Gene mit sich herum, z.B. aus dem Krebs-Zyklus oder dem Pentose-Phosphat-Pathway, und tragen so zum lateralen Gentransfer bei. Ein evolutionärer Mechanismus.

  5. Besonders interessant in diesem Zusammenhang sind marine Viren, vor allem jene, die bevorzugt Mikroalgen befallen und zur Familie der Phycodnaviridae gehören. Diese Viren gehören zu den grössten DNA-Viren überhaupt und spielen vermutlich eine wichtige ökologische Rolle, zB in der Kontrolle von Algenblüten. Hunderte von verschiedenen Proteinen werden auf den viralen Genomen codiert. Ist extrem spannend, weil die Proteine zT aufregende Eigenschaften haben, zB findet man viral-kodierte Endonukleasen, oder Proteine, die extrem klein sind im Vergleich zu funktionsverwandten Proteinen anderer Herkunft, oder die Aktivitätskombinationen aufweisen, die man nirgendwo sonst gefunden hat.

  6. Jau. Auch in den riesigen Genomen der grossen dsDNA Viren vermutet man eine Menge Überbleibsel aus Wirtsgenomen. Zumal es sehr interessant ist, warum ein Virus über 300 proteincodierende Gene mit sich rumschleppen sollte.
    Es gibt dazu ein sehr empfehlenswertes Review, das als Volltext online ist, mit dem bezeichnenden Titel „How tiny giants rule the World“:
    http://digitalcommons.unl.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1208&context=plantpathpapers
    Und allgemeiner: „Viruses in the sea“ von Curtis Suttle
    http://www.nature.com/nature/journal/v437/n7057/abs/nature04160.html
    Das könnte aber ausserhalb von Abos/Hochschulnetzen was kosten.
    Die Lektüre ist absolut empfehlenswert, ist ein sehr spannendes, und auch relativ frisches Forschungsfeld.
    Ich habe mich im Rahmen eines Seminars sehr ausführlich mit den „Viechern“ beschäftigt, das war eine der spannendsten Präsentationen meines Studiums :).

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