Die Nobelpreisgewinner 2008 für Medizin und Chemie

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Ab Montag werden die Nobelpreisgewinner verkündet. Hier die Vorstellung der Top drei Kandidaten für den Nobelpreis für Medizin/ Physiologie und den Nobelpreis für Chemie aus molekularbiologischer Sicht: Die Sequenzierung des menschlichen Genoms, Tumorsuppressorgene und Hormonrezeptoren. Alle gut. Aber gut genug? Wer bessere Kandidaten vorschlägt, kann etwas gewinnen.

Nächste Woche ist es soweit, die Nobelpreise für 2008 werden vergeben. Am Montag, 06.10. der Nobelpreis für Physiologie/ Medizin, dann am Dienstag der Nobelpreis für Physik und am Mittwoch der für Chemie. Der Friedensnobelpreis folgt am Freitag und am Montag drauf der Nobelpreis für Ökonomie.
Ich bin immer noch in Griechenland, und hatte gerade zwischen Tzatziki, Souvlaki und Sirtaki eine kleine Diskussion mit meinem Kollegen Almer, wer denn in diesem Jahr wohl die Nobelpreise für Chemie und Medizin/ Physiologie gewinnt. Wir haben eine rein subjektive Top drei Liste der molekularbiologischen Kandidaten zusammengestellt:

1. Humangenomprojekt
: Craig Venter und Francis Collins für die Sequenzierung des menschlichen Genoms. Der eine mit seiner Firma Celera, der andere mit einem weltweiten Forscherkonsortium. Sowie Leroy Hood für die Erfindung automatischer Sequenziermaschinen.

2. Krebsforschung:
Robert Weinberg für die Entdeckung des Onkogens Ras und des ersten Tumorsupressorgens Rb. Arnold Levine, David Lane und Lloyd Old für die Entdeckung von Transkriptionsfaktors p53 sowie Bert Vogelstein für dessen Einordnung als Tumorsupressor.

3. Kernrezeptoren:
Elwood Jensen für die Entdeckung des Östrogenrezeptors, Pierre Chambon, Ronald Evans, and Elwood Jensen für die Klonierung von desslben und zweier weiterer Hormonrezeptoren: Dem Thyroidhormonrezeptor und dem Glucocortikoidrezeptor.
Jetzt ist es ja so, dass es keinen Nobelpreis für Molekularbiologie gibt, sondern entweder der Nobelpreis für Chemie oder der Nobelpreis für Medizin an die jeweiligen Gewinner verliehen wird. Es ist also einerseits noch genug Platz für andere molekularbiologische Kandidaten, andererseits gibt es noch genug Mediziner und Chemiker, die hier überhaupt nicht berücksichtigt wurden.
Ich habe mich daher entschlossen, einen kleinen Wettbewerb auszurufen: Bitte hier in den Kommentaren Namen und Forschungsgebiet deiner favorisierten Kandidaten posten. Zu gewinnen gibt es: WeiterGen T-shirts. und zwar zwei (für jeden Nobelpreis eins). Bei Mehrfachnennungen lose ich. Einsendeschluss für die Kommentare ist Sonntag, 05.10. 20:00 Uhr.
Die benachteiligten Physiker, Ökonomen, Literaten und Friedensaktivisten können gerne auch Vorschläge für die anderen Nobelpreise posten, die laufen allerdings außer Konkurrenz.

Beteilige dich an der Unterhaltung

17 Kommentare

  1. Venter? Im Leben nicht. Dazu hat er sich zu weit aus dem Fenster gelehnt.
    Der Chemienobelpreis geht dieses Jahr wahrscheinlich wieder an irgendein Protein, da bieten sich die Kernrezeptoren natürlich an.
    Wenn Weinberg es wird, dann für Medizin.
    In Physik bleib ich bei meinem Tipp vom letzten Jahr: Aleksei Ekimov, Louis E. Brus und Alexander L. Efros für ihre Entdeckung und Erforschung von nanokristallinen Quantenpunkten.
    Meine Wildcard für Physik oder Chemie ist die surface plasmon resonance und die darauf basierenden Sensoren. Da bin ich aber nicht sicher, wer da der Glückliche sein sollte. Vorgeschlagen hat’s jedenfalls Liedberg 1983.

  2. @ Fischer: surface plasmon resonance/ Biacore hört sich gut an. Ein weiterer Tech-tip wäre: fluorescent labeling of proteins.
    @Peter:
    Schöne Tips. Hier noch die Forschungsrichtungen deiner Kandidaten:
    Tol-like receptors: Shizuo Akira, Bruce Beutler, Jules Hoffman.
    micro RNAs: Victor Ambros,Gary Ruvkun.
    meta-analysis: Rory Collins, Sir Richard Peto.

  3. Nun gut, dann bin ich jetzt mal mutig. Ich tippe auf Breaker und Tucker für ihre Entdeckung (Riboswitche). Ich finde das Thema unheimlich interessant und bin daher nicht ganz objektiv. We shall see! ;o)

  4. Venter und Collins fände ich schade. So toll die Leistung auch war, es ist letzlich nur ein Resultat von viel Geld konzentriert auf ein eher technisches Ziel. Wie viele Tipps dard ich eigentlich abgeben?
    Meine Tipps sind:
    Medizin: Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak für Telomere und die Telomerase (das Thema liegt mir arbeitstechnisch auch am Herzen, also drück ich die Daumen!)
    Chemie: Der ist jetzt ein wenig gewagter: Diverses im Zusammenhang mit fluoreszenten Proteinen. Da kämen in Frage Osamu Shimomura für die Aufreinigung aus Aequorea, Douglas Prasher und/oder Martin Chalfie für die Klonierung, und als Extratipp Roger Tsien für die Farbvarianten und BiFC.
    Auch mit Chancen, aber thematisch nicht so spannend für mich:
    1) Ernest McCulloch und James Till für Stammzellen (Die Arbeit ist schließlich aus den 1960ern. Andererseits gabs letztes Jahr schon den Preis für embryonale Stammzellen).
    2) Wie wärs mit Chaperonen? Kandidaten wären John Ellis, oder auch Susan Lindquist (cool – wie Chaperone die Evolution beeinflussen!).
    3) Ein wenig von Venter und Collins abgeschaut wäre der ja schon. Aber thematisch interessant ist Paläogenetik auf jeden Fall. Mit Svante Pääbo und dem Neanderthaler-Genom hätten wir damit zumindest einen Forscher, der in Deutschland arbeitet. Sehr wahrscheinlich aber noch zu früh dafür. Außerdem fällt mir kein anderer guter Kandidat ein.

  5. neuer Versuch mit dem IE, das SB-Kommentarsystem mag mich oder meinen Firefox wohl nicht mehr…beim ersten Mal hatte ich auch noch Begründungen dabei, die fallen jetzt leider flach. Beide Themen haben aber meine Arbeit beeinflusst!
    Medizin: Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak für die Entdeckung der Telomere und der Telomerase.
    Chemie: Fluoreszente Proteine: Osamu Shimomura für die Isolation aus Aequorea, Doulgas Prasher/Martin Chalfie für die Klonierung. Toll wäre noch Roger Y. Tsien für die neuen Farbvarianten und BiFC.

  6. Hi Argent23,
    habe deinen ersten Kommentar aus dem Spamordner gefischt. Keine Ahnung, warum der da gelandet ist. Egal. Tolle Tips.
    Ein weiterer deutscher Forscher fällt mir zu Chaperonen noch ein. Neben Ellis und Linquist wäre F. Ulrich Hartl für seine Arbeit an Hsp60/ GroEL ein Kandidat aus Deutschland.
    Telomere/ Telomerase sind auch heiss.

  7. Vielen Dank für die Tips! ich gehe davon aus, dass ich beide T-Shirts zu verschenken habe. Morgen früh um halb zwölf wird der Träger des Medizinnobelpreises bekannt gegeben.
    Ich habe hier links unter meinem Profilbild ein Nobelpreiswidget eingebunden. Dort sollten die Namen der Preisträger in real time erscheinen, sobald sie verkündet werden.

  8. Wow, was für eine Überraschung! Wer hätte damit gerechnet? Aber noch merkwürdiger als das Thema an sich (denn der Preis für HIV ist sicher berechtigt) finde ich, dass Robert Gallo nicht gewürdigt wurde. Die Erstbeschreibung von HIV kam schließlich gleichzeitig von zwei Gruppen – die von Gallo und die von Montagnier. Das könnte noch jede Menge Aufregung geben…
    Naja, immerhin Trost für dich Tobias, du darfst ein Shirt behalten!
    Wegen der Probleme mit dem Kommentieren: Das ist echt sehr komisch. Mit dem Internet Explorer kam mein Kommentar sofort an. Mit den gleichen Angaben, aber mit dem Firefox, erhielt ich die Meldung dass mein Kommentar erst vom Blogbetreiber freigeschaltet werden muss. Und landet dann im Spam? Das scheint übrigens ein SB-weites Problem zu sein, Geograffitico hat auch zwei Posts von mir geschluckt…Hört das Management mit, oder sollte man sich bei denen mal melden deswegen?

  9. @Argent23:
    Die redaktion liest natürlich mit – verstehe ich Dich richtig, daß 2 Kommentare, die Du bei “GeoGraffitico” abgegeben hast, gar nicht mehr aufgetaucht sind?
    Das darf natürlich nicht sein. Sollte es der Fall sein, bitte ich um Entschuldigung und werde unsere Technik informieren. Wenn es “nur” darum geht, daß die Comments in die Warteschleife geschickt wurden… naja, ich versuche regelmäßig die hängengebliebenen Comments freizuschalten. Allzu lang sollten die also nicht versteckt sein…

  10. @Marc:
    Das hast du prinzipiell richtig verstanden. Das bei Geograffitico ist aber schon ein paar Tage her, und es war auch nichts wichtiges. Der zweite Kommentar war dann nur der Versuch, obs diesmal klappt. Ich fühle mich auch nicht zensiert oder so, falls du das meinst.
    Was ich auffälliger finde, ist dass das Kommentieren offensichtlich mit dem IE problemlos geht, mit dem Firefox aber nicht. Das wäre wohl wirklich ein Fall für die Technik.

  11. @Argent23:

    Chemie: Der ist jetzt ein wenig gewagter: Diverses im Zusammenhang mit fluoreszenten Proteinen. Da kämen in Frage Osamu Shimomura für die Aufreinigung aus Aequorea, Douglas Prasher und/oder Martin Chalfie für die Klonierung, und als Extratipp Roger Tsien für die Farbvarianten und BiFC.

    Respekt! Das nenne ich mal ein Gespür! Und lustig, daß ich vor 10 Minuten darüber nachgedacht habe, weshalb Douglas Prasher leer ausging. Naja, das wird wieder Diskussionen geben.

  12. Ich hab mal was gewonnen, wie cool ist das denn! Dabei hab ich mir beim Medizinpreis eigentlich viel höhere Chancen ausgerechnet. Naja, Glück eben.
    Wenn ich die Geschichte mit der GFP-Klonierung richtig verstanden habe, dann hat Prasher zwar mit der Klonierung begonnen, ihm ist aber mittendrin die Förderung ausgegangen. Chalfie hat das Projekt dann beendet und auch publiziert. Demnach nicht so eine problematische Entscheidung wie Gallo am Montag oder Cabibbo gestern.

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