Arbeiten in Barcelona

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Etwas Werbung für meine Wahlheimat kann nicht schaden: Es tut sich was in Spanien.
Vorletzte Woche war in Nature ein Artikel über die Forschung in Katalonien und insbesondere in Barcelona. Sogar das Institut an dem ich arbeite ist zu sehen. Laut dem Artikel hat Katalonien über die letzten vier Jahre 2 Milliarden Euro in die Wissenschaft investiert, und ich finde, das merkt man.

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Zwar nicht unbedingt direkt in meinem Geldbeutel, aber wenigstens das Gebäude ist schön, in dem ich arbeite. Im prbb, (Jeden Morgen Kaffee auf der Terrasse mit Blick aufs Meer), sind 1000 Wissenschaftler beschäftigt. Den Platz im futuristischen Gebäude teilen sich mehrere Institute. Das an dem ich arbeite heißt CRG, und ich bin einer von etwa 300 CRG – Wissenschaftlern, 70% davon sind Ausländer wie ich, die meisten davon aus europäischen Ländern.
Das so ein Geldregen nicht nur schöne Institute und verwöhnte Wissenschaftler zur Folge hat, sieht man zum Beispiel an der Anzahl der nach Barcelona vergebenen ERC Grants. Das sind sehr begehrte Stipendien für Nachwuchsgruppenleiter, da sie rein nach Exzellenz und nicht projektgebunden vergeben werden. Sprich, man bekommt Geld, um daran zu forschen was einem Spaß macht. Und was kann es schöneres geben?

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Europaweit wurden etwa 300 Grants vergeben (jeder im Durchschnitt mit mehr als einer Million Euro dotiert), Forscher in Spanien bekamen 24, 15 davon in Katalonien. Alleine drei der Grants wurden an Nachwuchsgruppenleiter vergeben, die auf dem selben Stockwerk im selben Gebäude arbeiten wie ich: Ben Lehner, Hernan Lopez-Schier und Marc Isalan – herzlichen Glückwunsch nochmal von hier.
Katalonien boomt also als Wissenschaftsstandort, und ich finde an meinem Institut ideale Bedingungen für meine Forschung: Sehr gute internationale Kollegen, gute technische Ausstattung, eine starke Vernetzung mit anderen Gruppen, eine funktionierende Administration, und nicht zuletzt ein äußerst attraktives Umfeld mit einem Arbeitsplatz direkt am Strand und einer Stadt im Rücken, die in ein wohl weltweit einmaliges Flair besitzt.
Wenn externe Gäste zu Besuch ist die erste Frage, die mir meistens gestellt wird: „Lenkt diese Umgebung nicht einfach nur ab?“ Das Gegenteil ist der Fall. Die sofortige Verfügbarkeit von Strand und schöner Stadt und die gut ausgebaute rekreative Infrastruktur erlauben eine viel intensivere Nutzung der eigentlichen freien Zeit zur Erholung und zum Abschalten.
Ich kenne keine Kollegen, die dem Müßiggang anheim fallen und die es frustriert vorne am Strand volleyballspielende Grazien in Badeanzügen zu sehen, während man selbst noch den Nachmittag im Kühlraum verbringen muss um sein Protein zu reinigen, das möglicherweise schon wieder nicht löslich exprimiert wurde.
In diesem Sinne: Hier noch zwei schöne Bilder vom Institut, in dem ich arbeite. Beide von meinem Kollegen Julien Lagarde (dessen ganzer Fotostream einen Besuch wert ist). Ich verabschiede mich mit diesem Eintrag für zwei Wochen von hier: Zwei Wochen Urlaub in Nordspanien.

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Außenfassade prbb mit blauem Himmel darüber.

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prbb Innenhof. Komponiert aus sechs Einzelaufnahmen
Oberstes Foto von der prbb Homepage
Foto der drei ERC grant Gewinner aus dem elipse Magazin Nr. 9, publiziert monatlich vom prbb
Unterste Fotos von Julien Lagarde

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5 Kommentare

  1. Boah, Neid 😉 Aber im positiven Sinne. Erinnert mich irgendwie an das Gebäude der Kollegen in Stanford (das Hewlett oder das Packard Gebäude, ich kann mir das nicht merken). Die haben sogar im Parterre ihr eigenes Bistro und man merkt, dass es Spaß macht da zu arbeiten.

  2. Ja, in Barcelona lässt es sich schon aushalten – das habe ich mir während der ESOF und während mehrerer Strandspaziergänge vorbei an Eurem Institut auch gedacht…
    Was wahrscheinlich auch der Grund ist, warum die meisten ESOF-Besucher deutlich mehr Zeit in der Stadt und am Strand verbracht haben als in den öden Vorträgen 😉

  3. Die Werbung ist Dir aber gelungen. Alle Bedingungen – außen, innen, strukturell – scheinen aus dem Forscherparadies gegriffen.

    Sprich, man bekommt Geld, um daran zu forschen was einem Spaß macht. Und was kann es schöneres geben?

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