Zum Tod von 6 Millionen Juden

Es sind gerade Gedenktagswochen auf ScienceBlogs.de

Charles Tilly und Albert Hoffmann sind gestorben (nie vorher gehört von beiden, bloggen bildet). Wir kriegen jeden Tag ein neues, tolles Foto von einem Nobelpreisträger präsentiert, Marx Planck wäre am 23. April 150 geworden, würde er noch leben, und das Internet ist 15 Jahre alt, in voller Blüte der Pubertät, sozusagen.
WeiterGen will beim allgemeinen Gedenken keinesfalls hintenanstehen, und da bietet solch ein Feiertag doch einen schönen Anlass. Warum feiern wir heute?
Ich weiß gar nicht, was wichtiger ist:
Kampftag der Arbeiterbewegung? Ein Gewerkschafts-Erinnerungsfest mit regelmäßigen Ausschreitungen einer Reihe Chaoten in deutschen Großstädten. Christi Himmelfahrt? Ach nee. Vatertag? Traditionelle Wanderung von Männergruppen durch die Wälder mit Bollerwagen voller Alkohol. Dieses Jahr mit Frau von der Leyen als Spielverderberin; in der Bunten fordert sie „Schluss mit betrunkenen Vätern“ – Sie sagt im Interview:

Das finde ich schrecklich. Kerle, die ihre Kinder möglichst weit von sich haben wollen, das ist das Allerletzte. Ein Vater sollte vor seinen Kindern auch nicht betrunken sein.

Faber kommentiert den Satz auf dem Fakten-Fiktionen-Blog so:

„Hallo, Frau Leyen? Ist das nicht vielleicht gerade der Sinn der Sache? Daß der Vater möglichst weit weg ist, DAMIT ihn die Kinder nicht betrunken sehen? Ein vorbildliches Verhalten, wie ich finde…“

Dem ist wenig hinzu zu fügen. In diesem Sinne, Prost!
Doch, einen wichtigen, ganz anderen Anlass zum Gedenken gibt es heute noch. 10 000 Juden, Polen und Holocaustüberlebende haben sich heute von Auschwitz nach Birkenau zum „Marsch der Lebenden“ aufgemacht, um am Vernichtungslager in einer Gedenkveranstaltung den sechs Millionen ermordeten Juden des 3. Reiches zu gedenken. In Israel heulten zum Gedenken an die Opfer im ganzen Land für zwei Minuten die Sirenen und der Verkehr blieb stehen.
Das ist sicherlich kein Grund zum Feiern, ein wichtiger Gedenkgrund jedoch auf jeden Fall, heute am 01. Mai 2008.

Kommentare

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.